Dienstag, 12. Januar 2010
Das hier ist der erste Winter seit Anbeginn der Menschheit, in dem es schneit. Das muss so sein! Zumindest wenn man die von den vielen tollen Qualitätsjournalisten befütterten Zeitungen und Fernsehsendungen glauben soll. Nachdem kurz vor dem Jahreswechsel in fast jeder Sendung Leute gezeigt wurden, die Feuerwerkskörper kaufen, muss jetzt das vom Himmel rieselnde gefrorene Wasser die Berichterstattung mit Leben füllen.
Die Medien, die den eigentlich jahreszeittypischen Schneefall dauernd mit neuen Superlativen an Katastrophendings titulieren. Sehr beliebt in diesem Zusammenhang sind Liveschaltungen in Gebiete, wo grad die ein oder andere Schneeflocke vom Himmel purzelt und der eingemummte Aussenreporter gefragt wird "Wie dramatisch ist die Lage?". (Der Reporter ist von einer Schneeflocke getroffen worden! Unbedingt sofort die Ambulanz rufen! Und die Bundeswehr!) Ausserdem hat sich wohl kürzlich jemand (der sich mit Winterdienst auskennt) im Radio aufgeregt, dass irgendwelche Schreiberlinge (vulgo: Qualitätsjournalisten) jedes Jahr den gleichen Mist schreiben, nämlich das Streusalz würde ausgehen. Der Interviewte macht den Job wohl seit 20 Jahren und noch nie sei das Streusalz ausgegangen.
Dienstag, 22. Dezember 2009
"Schatz, da ist soviel Schnee im Fernsehbild!"
Samstag, 12. September 2009
Werbefernsehen ist immer wieder aufregend. Ich zum Beispiel kann mich immer wieder über die Werbung für Raumdüfte aufregen, wobei es die Raumduftverteilungsdevice inzwischen schon zeitgesteuert gibt. Leute, LÜFTET halt einfach mal! Fenster auf! Kostet nichts! Gerüchtehalber soll es gelegentlich auch helfen, Dinge wie Vorhänge, Teppiche, Wolldecken zu waschen oder zu reinigen. Oder mal den Staubsaugerbeutel wechseln. ;-)
Auch ein steter Quell meiner Belustigung sind Fitnessgeräte, die "tolle Bauchmuskulatur mit null Anstrengung" versprechen, wobei das Training darin besteht, sich einen vorher zu erwerbenden Elekroschockgürtel (oder vielmehr Elektroschöckchen) umzuschnallen, um dann beim faulen Rumliegen seine Bauchmuskeln zu optimieren. Bei mir optimiert das primär die Lachmuskeln.
Aber vielleicht liegen ja Leute gerne den ganzen Tag in künstlich aromatisierten Räumen und lassen die Wampe zucken.
Dienstag, 8. September 2009
Gestern abend bin ich beim Rumzappen beim Aschenputtelexperiment hängengeblieben. Auf der einen Seite Verkäuferinnenazubi, die nebenher im Imbiss jobbt, auf der anderen Seite Modestudentin mit sehr finanzkräftigen Background. Die beiden haben für ein paar Tage ins Leben der jeweils anderen geschnuppert. Mal abgesehen davon, daß wieder massenhaft billige Klischees bedient wurden, schien mir das Leben der (sehr arrogant auftretenden) Modestudentin sehr inhaltsarm und hmm sagen wir mal künstlich zu sein. Es bestand zumindest in der Darstellung aus Shoppen, Konsum, dem Besuch teurer Lokale und Styling. Sie und ihre Freunde schienen sich ausschließlich über Äußerlichkeiten zu definieren. Also nicht nur Dinge wie Kleidung, Lifestyle und Konsumgüter, die nach aussen getragen werden, sondern auch ausschließlich über Dinge die von aussen kommen wie Mode, Restaurantbesuche, IN-sein. Ihr (vermeintlich) trendsettendes Verhalten hieß "kaufe teure Kleidung, die sonst keiner hat in hippen Boutiquen". Von einer Modestudentin, die gerne Trends setzen möchte, würde ich etwas mehr Eigenanteil erwarten. Also kein Zeug vorführen, was sich andere ausgedacht haben, sondern eigene Entwürfe tragen und sich so von der Masse tatsächlich abzuheben.
Es ist auch nicht erkennbar, ob die Dame und ihre Clique dumm oder intelligent sind, weil sich sämtlich Äusserungen nur um Äusserlichkeiten drehten und für meinen Geschmack so wenig eigenes, authentisches dabei war. Was mir auch nicht so ganz klar ist, wieviel von den nach meinem Empfinden äusserst unsensiblen arroganten Lästereien über das unglamouröse Leben und den fehlenden Style der Tauschfamilie und deren Freunde und deren Leben von der Regie so zurechtgeschnitten oder dirigiert wurden oder ob sie das wirklich im Grunde ihres Herzens so denkt. Die junge Dame wusste auch "bei den Dorfdeppen" ohne Bespaßung von aussen nach meinem Eindruck nichts mit sich anzufangen. Fast niemand kann sich das soziale Milieu in das er hineingeboren wird, aussuchen. Es ist aber auch kein persönlicher Verdienst, wohlhabend geboren zu sein. Das ist einfach nur Glück oder Pech, wie man's nimmt.
Mir selbst wäre das ja einfach zu langweilig, den ganzen Tag nur über (teure) Klamotten und (teure) Restaurants zu reden. ;-)
Montag, 7. September 2009
Werbung muß vielfach Klischees bedienen. Allerdings ist das selten so tief aus der Klischeekiste hervorgekramt wie in der Reklame für Kräuterfrischkäse, wo einer der Darsteller den sprachlich merkwürdigen Spruch "Excellent la Provence!" äussert. Klingt aber unfassbar französisch und zwar solches, was auch der nicht explizit frankophone Mitbürger noch ein bisserl was mitkriegt. So wie Miss Piggy immer vorgeworfen wurde, ihre Französischkenntnisse stammten allein von der Beschriftung ihrer Parfumflaschen. Seltsam find ich es trotzdem. "Exzellent das Bayern!" klingt ja auch merkwürdig, finde ich.
Eine andere Frage: Warum finden die Umarmungszenen bei den ganzen Hausumbausendungen immer in Zeitlupe statt? Sobald Leute Anstalten machen, sich um den Hals zu fallen *KLICK* Slowmotion! Ist das ein Bug bei den Kameras oder in der Regie?
Freitag, 21. August 2009
Bilder, die wir nicht mehr in der Presse sehen wollen.
Medaillengewinner, die mit den Zähnen prüfen, ob das Ding echt ist.
Dienstag, 9. Juni 2009
Gefunden bei ui.
Schreien!
An den Kopf fassen!
Sonntag, 10. Mai 2009
Nach mehreren Jahren Kinoabstinenz war ich diese Woche sogar zweimal im Kino und habe mir Star Trek und Wolverine angesehen. Während ich Star Trek tricktechnisch sehr gut fand, mußte ich mich bei Wolverine doch über die große Spannweite hinsichtlich der Trickqualität wundern. Das meiste war ja State-of-the-Art, aber einige Szenen sahen so grottig dahingestümpert aus, als ob der Praktikant das an seinem Heim-PC eingebaut hätte. Speziell meine ich zum Beispiel die Szene, wo eine Gruppe von Personen auf ein Fluggerät im Wald zugeht. (Das war jetzt hoffentlich kein Spoiler?)
Dienstag, 7. April 2009
Neulich beim Zappen: Irgendeine überblondierte Tante hat sich ihre eigenen Augenbrauen abrasiert und statt dessen zwei entsprechende Simulationen auftätowieren lassen, allerdings mitten auf der Stirn. Das sah nicht nur von der höhentechnischen Positionierung äusserst merkwürdig aus, sondern auch aufgrund der Tatsache, daß die Wülste auf denen die Augenbrauen normalerweise lagern, naturgemäß noch vorhanden waren. Hey Mädel, du hast da so komische Flecken auf der Stirn!
Samstag, 3. Mai 2008
schreckt einfach vor nichts zurück. Gestern abend lief die Chart-Show und weil ich gerade nichts besseres zu tun hatte, habe ich mir die Sendung angesehen. Anläßlich des Themas Rockklassiker wurden natürlich diverse Bands aus den 60er und 70ern angespielt und teilweise kam es auch zu "Live"-Vorführungen von ganz alten Altstars mit Vollplayback. Ich bin echt dagegen, für's Fernsehen Exhumierungen durchzuführen.
Freitag, 11. Januar 2008
Gestern abend ging's in einer dieser Magazinsendungen um Schönheitsoperationen. Gezeigt wurde unter anderem eine der typischen Damen, die vor lauter Rumgeschnippel an ihrem Gesicht nur noch Lachen können, wenn sie ein Bein heben. Und Sie sprach aus ihren aufgespritzten Fischmaullippen, daß sie es blöd fände, wenn man nach Gesichts-OPs total künstlich ausschauen würde. Nee, is klar.
Montag, 31. Dezember 2007
Kürzlich beim Zappen: Da fragte sich die Moderationstrulla einer der ungezählten nutzlosen Magazinsendungen, ob sich Eltern nicht unglaublich viele Sorgen machen müssen, wenn die Kinder im Kinderzimmer befindlich sind und die TÜR ZU IST. Grundgütiger! Sollten die kindlichen Berichte über Monster in Schränken und unter Betten etwa doch stimmen??? Natürlich ging es nicht um Monster. Die TV-Leute haben dann Kameras im Kinderzimmer versteckt um zu beobachten, ob die lieben Kleinen den elterlichen Anweisungen gehorchen, wenn sie sich unbeobachtet glauben. Natürlich müssen moderne aufgeklärte Eltern zu jeder Sekunde wissen, wo sich ihre Kinder aufhalten und was sie gerade tun. Und ausserdem können sich die Kinderlein auch schon mal auf die Dauerüberwachung einstellen, die gerade eifrig geplant und umgesetzt wird. Besser, der Nachwuchs lernt erst gar nicht, daß es sowas wie Privat- oder Intimsphäre überhaupt gibt... oder einmal gab. Ich frage mich, wie ich ohne unterbrechungsfreie Dauerbeaufsichtigung überhaupt lebend das Erwachsenenalter erreichen konnte. Ein Wunder, daß mich nicht das Monster unter dem Bett aufgefressen hat.
Montag, 3. Dezember 2007
Das Werbefernsehen ist ein steter Quell von Absonderlichkeiten. Ein aktuelles Beispiel ist der aktuelle Werbespot für die Milchschnitte, wo eine junge Dame Milch in einen Wunderkühlschrank stellt, der in wenigen Momenten aus Einzelzutaten abgepackte Süßwaren zaubert. Dabei fällt der Blick des Betrachters auf diverse Dinge, die sich im Kühlschrank befinden, unter anderem Ährenbündel und Zucker. Dabei drängen sich mir einige Fragen auf: Warum bewahrt die Dame Ähren und Zucker (und ich glaube auch Honig) im Kühlschrank auf? Kennt ihr jemanden, der sowas in den Kühlschrank stellt? Und warum steht ausgerechnet die kühlungsbedürftige Milch nicht im Gerät und muß erst hineingestellt werden? Ich persönlich mag bei den Schnitten den Kuchenanteil lieber als die Milchcremefüllung. Falls jemand diese bevorzugt, können wir ja eventuell teilen. ;-)
Freitag, 20. Juli 2007
Ich finde Sportübertragungen im TV meist ohnehin sinnlos und schaue mir bestenfalls bei den Olympischen Spielen mal etwas an. In der Zwischenzeit ärgere ich mich meistens drüber, wenn zum Beispiel die Sendung mit der Maus wegen irgendwelcher Skirennen ausfällt oder statt dessen die Cocktailfreunde und Pillendreher auf ihren Drahteseln durchs Bild strampeln. Ich finde das einfach nur exorbitant langweilig. Nun ist wieder einer von den Jungs erwischt worden und endlich finden dann auch ARD und ZDF, daß man die Auswirkungen von Medikamentenmißbrauch nicht mehr im TV zu zeigen braucht und dafür reichlich Sendezeit und Gebühren zu verbraten. Ob der Privatsender, der jetzt die Übertragung übernommen hat, besonders zahlreich Werbeeinblendungen von Medikamentenherstellern zeigen wird, ist unbekannt.
Donnerstag, 5. Juli 2007
Das Weltklima ist in Gefahr. Und ein deutscher TV-Sender hilft, die Welt zu retten und bietet in einigen Städten eine Tauschaktion an, bei der man eine herkömmliche Glühbirne gegen eine Energiesparlampe tauschen kann. Kann mal jemand ausrechnen, wieviele Leute ihre Birne mit dem Auto zum Tausch fahren werden und wieviel Energie das neue Leuchtmittel einsparen muß, damit bei dieser Weltrettungsmaßnahme unter dem Strich nicht ein fettes Minus steht?
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