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Pfotenwärmer

Die Beste aller Thildkröten hat mir ein spezielles Weihnachtsgeschenk zukommen lassen und das kann ich morgen sicher sehr gut gebrauchen, wenn ich mich um 5:20h aus dem Bett und circa eine Stunde später aus dem Haus quäle, um nach den freien Tagen wieder meiner Erwerbstätigkeit nachzugehen. Draussen ist es wieder knackig kalt und dank dieser tollen Handschuhe kann ich jetzt trotzdem die Nase ins Buch stecken. Die Handschuhe haben übrigens noch eine Art Mütze für die Fingerkuppen. Und dann auch noch in schwarz! Wunderbar. Danke! :) Plüschratten sind übrigens total verfroren und verlassen das Haus im Winter nur im äussersten Notfall!


Hat irgendjemand eine Ahnung bis wieviel Grad unter Null so ein eBook noch vernünftig funktioniert? Analoge Bücher auf Papier können ja nicht den Dienst einstellen, bloss weil es zu kalt ist. Haltestellenliteratur muss einen Winter einfach abkönnen!

Derzeit lese ich übrigens "Die Stimmen der Vergangenheit" von Elia Barceló. Auf Papier. Es lässt sich ganz gut an, mal schauen, ob das so bleibt.

Lesen im Winter

Und ein weiterer Tag in der erstaunlichsten Stadt des Universums, wo es aufgrund der Aussentemperaturen nur begrenzt amüsant ist, beim Warten auf die Tram oder S-Bahn zu lesen. Wahlweise frieren einem die Pfoten ab oder das Umblättern mit Handschuhen an den Händen auf die nächste Seite wird ...interessant. In der Bahn bin ich dann meistens zu sehr mit Aufwärmen beschäftigt, das macht das Lesen auch nicht einfacher.

Was man so lesen kann, wenn man es trotzdem auf sich nimmt, ist beispielsweise das in der letzten Leseratte erwähnte Tricky Business. In dem Buch kommen so viele Personen vor, daß ich sie teilweise nur mit Mühe auseinanderhalten konnte. Ausserdem artet die Handlung in ein gediegenes Durcheinander aus. Ich habe den Verdacht, der Autor hatte die ganze Zeit irgendeinen absurden Actionfilm im Bereich des organisierten Verbrechens im Kopf und wollte dafür die Romanvorlage schreiben. Das Buch fand ich ganz lustig, aber so richtig lieb habe ich es doch nicht.

Vielleicht sollte ich das Lesen auf das Sofa vor dem Kamin verlagern. Ich habe bloss keinen Kamin. Nur eine Kamin-DVD. Und die Plüschratten weigern sich bei diesem Wetter sowieso vehement das Haus zu verlassen.

Leserattenfutter

Draussen ist es ungemütlich. Sofas und Wolldecken sind schon erfunden und grundsätzlich verbringt man die Reisezeit in öffentlichen Verkehrsmitteln auch besser mit einem Buch als mit dem Anpöbeln von Mitreisenden. Und weil hier immer mal wieder Leute nach frischem Lesefutter schreien, hier wieder ein paar Tipps.

Tom Liehr - Pauschaltourist. Kurzweiliges Buch, für meinen Geschmack werden ein bisserl zuviele Produkte oder Anbieter beim Namen genannt. Trotzdem werde ich mir die anderen Bücher von dem Herrn bei Gelegenheit auch noch mal vornehmen.

Dave Barry - Tricky Business. Habe ich am Sonntag begonnen, bislang lässt es sich ganz gut an. Mal sehen, ob der gute Eindruck Bestand hat.

Carlos Ruiz Zafón - Der Schatten des Windes. Sehr schönes spannendes Buch, was man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte, bis es ausgelesen ist.

Noch ein Tipp für die Freunde von Reiseliteratur. Die Reihe "Gebrauchsanweisung für" aus dem Piper-Verlag gibt es für verschiedene Länder, Städte und Regionen ist wirklich sehr unterhaltsam. Dabei handelt sich nicht um einen Reiseführer im klassischen Sinne (Wo wohnen? Was anschauen?), sondern um eine Betrachtung des Landes von jemanden, der sich dort hoffentlich auskennt. Die Gebrauchsanweisungen für München, Bayern, Irland und Spanien habe ich gelesen und die waren allesamt hervorragendes Lesefutter.

Die Rubrik Leseratte hat jetzt auch ein Rubrikbildchen bekommen.

Schleichende Werbung

Ich habe mir diese Woche mal wieder einen kleinen Stapel Bücher gekauft. Nichts Tiefschürfendes, aber auch nicht das, was  als "typischer Frauenroman"  mit Herz und Schmerz und Tralala durchgeht. Ein Buch für die Tram halt. Bisher lässt sich das Werk auch ganz kurzweilig an, was mir allerdings nach wenigen Seiten auffiel, ist das recht großzügige Product Placement. Dabei werden dauernd Markenprodukte in die Handlung eingebaut, ohne dass dieses spezielle Produkt jetzt irgendwelche Auswirkungen auf die Handlung hätte. Da wäre es nämlich nach meiner Ansicht völlig unmaßgeblich, ob der Hauptakteur sich eine Zigarette der Marke XY anzündet oder einfach nur eine Zigarette. Oder irgendeinen MP3-Player auspackt statt den eines bestimmten Herstellers. An anderen Stelle fehlt der Markenbezug dann wieder völlig. Womöglich hat sich da kein zahlungswilliger Hersteller gefunden.

Ich habe als Leser von Romanen mit dezent eingebautem Product Placement nicht mal so ein gravierendes Problem. Mir stört es aber gewaltig, wenn sich mir der Eindruck aufdrängt, dass gewisse Elemente nur deswegen in die Handlung eingebaut wurden, um möglichst viele Produkte zu erwähnen. Das lässt die schriftstellerischen Ambitionen des Autors in einem etwas zweifelhaften Licht erscheinen und es tut auch noch etwas anderes: ES NERVT! Vielleicht mach ich mir mal die Mühe und erstelle mal eine kleine Statistik über die Markenartikeldichte in diesem speziellen Buch.

Tote Bäume und so

Ach ja, da wurde ja nach Lesefutter gefragt. Was ich in letzter Zeit gern gelesen habe:

  • Daniel Kehlmann - Die Vermessung der Welt
  • Steven D. Levitt und Stephen J. Dubner - Freakonomics
  • Bill Bryson - Eine kurze Geschichte von fast allem

Ein etwas ambivalentes Verhältnis habe ich zu Viva Polonia von Steffen Möller, einem Deutschen, der nach Polen ausgewandert ist. Ich habe sehr viele interessante Dinge über Polen und seine Bewohner erfahren, aber irgendwann hat mich das frenetische Dauerjubeln des Autors so dermaßen genervt, daß ich das Buch nicht fertig lesen konnte, obwohl es ansonsten eigentlich gut und auch witzig geschrieben ist.

Dauerbrenner zum Immer-wieder-Lesen sind bei mir eher die Klassiker:

  • Jane Austen - Eigentlich fast alles, besonders gerne "Stolz und Vorurteil".
  • Emily Brontë - Wuthering Heights
  • Charlotte Brontë - Jane Eyre

Zielgruppenzwang

Das Wetter ist immer noch im "gleich schneit es"-Modus und gerüchtehalber soll es morgen tatsächlich schneien. Ich wünsche mir diese Saison zumindest eine knackige Frostphase, damit die Schneckenplage im Sommer 2009 vielleicht etwas weniger wird.

Frostige Zeiten sind immer gut um lesend auf dem Sofa zu hocken. Es gibt allerdings Bücher, die man sich meiner unmaßgeblichen Meinung nach sparen kann und dazu gehört der Bestseller "Mieses Karma" von David Safier. Ich habe es auch gekauft, weil der Klappentext interessant klang. Womöglich ging das den meisten Leuten so. Es fängt vielversprechend an und wird dann zügig unspektakulär, langweilig und vorhersagbar. Ich fand es auch nicht wirklich fesselnd. Der Autor (männlich) schreibt aus der Sicht einer Frau. Super, da kann man prima in der Klischeekiste wühlen. Vom selben Schriftsteller gibt es inzwischen ein weiteres Buch. Klar, solang es läuft muß man nachlegen. *gähn* Inzwischen weiß ich, daß der Verfasser dieses Opus normalerweise Drehbücher für genau die Sorte Fernsehserien schreibt, die ich mir auch nicht freiwillig anschaue. Bin wohl nicht die Zielgruppe.

Das Buch wandert dann auch in die Flohmarktkiste, die nächste Trödelsaison kommt bestimmt.

Tiefschürfend

Herr U meint, Hörbücher im Shuffle-Mode anzuhören sei sinnlos. Da hat er wohl recht. Ich mag allerdings Hörbücher ohnehin nicht wirklich. Da versucht man in Ruhe ein Buch zu lesen und wird dabei die ganze Zeit vollgequatscht.

Literaturgestützte Beweisführung

Meine aktuelle Lektüre ist 'Gibt es intelligentes Leben?' von Dieter Nuhr. Da meine Zeit knapp ist, lese ich auch in der Trambahn und dieser Tage auf dem Weg zur Arbeit sprach mich eine Dame auf den Buchtitel an. Sie empfand den Buchtitel als Beleidigung, der Autor müsse ja verrückt sein, natürlich gäbe es intelligentes Leben und warum der Buchtitel überhaupt als Frage formuliert sei. Sie würde das überhaupt nicht verstehen, wie jemand solche Bücher schreiben kann.

Q.E.D.
Gibt es eigentlich eine EU-Norm wie dick das Brett vor'm Kopp sein darf?

Nichts anzuziehen!

Ein häufiges Problem auch bei mir. Deswegen fand ich das Buch mit dem gleichen Titel von Wäis Kiani auch recht interessant. "Geschichten aus dem Kleiderschrank" wurden versprochen und Tipps, wie man sich so etwas wie "guten Stil" zulegt. "Prima," dachte ich mir. "Guten Stil kann man immer gebrauchen." Ich kaufte also das Buch.


Leider besteht das Buch hauptsächlich aus folgenden Komponenten
  1. Frau Kiani protzt gern mit dem Inhalt ihres Kleiderschranks voller Designerware. Im Kapitel über "Was ziehe ich am besten zu einem Date an?" berichtet sie z.Bsp. von aus Materialsicht falscher Kleiderauswahl, kann es sich aber nicht verkneifen ein paar Markennamen fallen zu lassen, damit die Leserin auf jeden Fall weiß, in welch edles Tuch die Dame sich hüllt.
  2. Frau Kiani kennt die Namen vieler Modeschöpfer und Modemarken. Würde man diese weglassen, ließen sich einige Seiten verlustfrei einsparen.
  3. Frau Kiani hechelt jedem Trend hinterher, auch wenn sie offenbar glaubt, selbst Trends zu setzen.
  4. Frau Kiani macht sich lustig über Leute, die sie in Modefragen um Hilfe bitten, in dem sie ihnen absichtlich falsche Tipps gibt und sich kaputtlacht, wenn die Leute sie befolgen. (Was soll man unter dieser Prämisse von den Ratschlägen in diesem Buch halten?)
  5. Die meisten Tipps die man zwischen lauter Model-Geschichten und Designerfummeln dann doch noch findet, waren auch nicht wirklich neu.
An anderer Stelle fand ich eine Kritik zu diesem Buch, die auch noch darauf hinwies, daß es einige sachliche Fehler gibt. Um das zu prüfen, bin ich zu faul und habe auch keine Lust, das Ding nochmal zu lesen.
Wer Spaß an Namedropping und Modegeschichten hat, wird das Buch sicher lustig und hilfreich finden. Ich habe an sowas keinen Spaß. Also muß ich für meine Stilbildung doch weiter mein eigenes Gehirn benutzen. So ein Mist!

Expeditionen ins Bücherregal

Die Umzugshelfer wissen es. Ich habe ein Sammelproblem. Ich sammle Bücher. Gelegentlich lese ich auch mal eines davon und weil ich nicht allein leiden will, werde ich die werte Leserschaft mit meiner Meinung über die Buchstabensuppen beglücken. Zu diesem Zweck habe ich eine neue Kategorie geschaffen, wo ich die fraglichen Postulate eintüten kann. Sie heisst Leseratte, weil meine Literaturberater Ratzbert und seine Zwillingsschwester Ratzmarie darauf bestanden haben.