Tierhaltung macht mitunter so gar keinen Spaß. Heute habe ich meinen Wellensittich Susi einschläfern lassen müssen, nachdem ich am Dienstag eine quasi über Nacht gewachsene riesige Geschwulst am Flügel entdeckt habe. Auf Menschengröße übertragen hieße das, einen Volley- oder Basketball am Arm festgewachsen mit sich herumzutragen. Susi machte am Dienstag und Mittwoch noch einen recht lebensfrohen Eindruck. Sie schmuste und busselte mit Bono, ließ sich füttern und war abgesehen von Gleichgewichtsproblemen aufgrund der Größe des "Dings" an ihrem Flügel auch ziemlich mobil. Nun hatte am Dienstag aufgrund des Faschings in München keiner meiner üblichen Tierärzte offen und "Ahnung von Wellensittichen" ist bei Tierärzten auch oft nur auf das beschränkt, was die mal in der Vorlesung gehört haben.
Am Mittwoch in der Früh war ich dann bei der Tierärztin. Fibrosarkom lautete die Diagnose. Für eine Zyste oder einen Eiterklumpen war das Gebilde zu hart. Die Optionen wurden durchgesprochen, auch eine Amputation des Flügels und das Einschläfern. Die Prognose war aber insgesamt ziemlich mies. Ich nahm Susi also wieder mit nach Hause, auf daß sie hoffentlich noch ein paar schöne Tage mit ihrem Bono haben könnte. Leider war das nur ein frommer Wunsch. Ihre Leibspeise - Möhren - hat sie nicht mal angerührt und sich von den anderen isoliert. Als ich heute abend nach Hause kam, saß sie aufgeplustert auf dem Stangerl, fühlte sich sichtlich schlecht und mied ihre Kumpels. Das "Ding" war nochmal etwas gewachsen oder hatte zumindest die Form verändert. Gar nicht gut. Es war Zeit eine Entscheidung zu treffen. Ich habe dann den ohnehin geschwächten Vogel mit der Hand einfangen können und das kranke Huhn ein letztes Mal zum Tierarzt gebracht.
Traurig macht mich vor allem, daß Susi sehr lange Zeit in meinem Minischwarm eine Aussenseiterin war und erst vor einigen Monaten endlich richtigen Anschluß gefunden hatte. Und endlich einen Partner zum Kopferlkraulen, Schmusen und Füttern und dann sowas. *seufz*
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