Der Urmensch als Religionsstifter
Über Ernährungsmarketing, -mythen und Heilslehren schimpfe ich ja gerne mal, insbesondere wenn es (wie alle anderen auch) von sich behauptet, streng wissenschaftlich zu sein, aber wesentliche Aspekte unter den Tisch fallen lässt oder als unwahr deklariert.Die neuste Idee nennt sich jetzt wohlklingend Paleosophie und propagiert den Konsum von rotem Fleisch und als Begründung muß mal wieder die Ernährung unserer urmenschlichen Vorfahren herhalten, für die unser Verdauungsapparat angeblich ausgelegt sei. Bei kohlenhydratarmer, aber dafür fleischreicher Diät wird so natürliche Schlankheit und Gesundheit versprochen und fitter wird man natürlich auch. Bei mir schrillen bei soviel Missionierungseifer, Successstories und Heilsbotschaften gleich sämtliche Alarmglocken.
Was bei angepriesenen "Idealernährung" ausser acht gelassen wird:
- Unser Vorfahr, der sich so ernährt hat, rannte hinter dem Büffel her. Er jagte oder sammelte mühselig, statt sein Leben am Schreibtisch und im Auto zu verbringen.
- Der moderne Mensch geht in den Supermarkt oder zum Metzger. Oder er fährt mit dem Auto dorthin.
- Unsere Vorfahren kannten Hungerzeiten.
- Nahrung ist heute jederzeit verfügbar und nicht nur dann, wenn man beim Jagen oder Sammeln erfolgreich war. (Deswegen brauchen wir heute auch die Gallenblase als Reservoir nicht mehr.)
- Die angepriesene Ernährungsweise ist ohne Massentierhaltung kaum möglich. Ökofleisch ist teuer.
- Die mit der Massentierhaltung einhergehenden Risiken und Nebenwirkungen, wie zB den Einsatz von Antibiotika in großen Mengen spielten für unseren Vorfahren auch keine Rolle.
- Der Fleischkonsum bzw. die Massentierhaltung ist laut Untersuchungen für 18% der Treibhausgase verantwortlich. Auch Ökorinder furzen übrigens.
- Brandrodungen für Weideflächen oder Ackerland zum Anbau von Futtermitteln zerstören den Regenwald.
- Es werden Futtermittel wie Soja im großen Stil angebaut, wo man auch Nahrungsmittel zum direkten Verzehr durch den Menschen anbauen könnte.
- Die Futterpflanzen sind häufig genetisch verändert, um höhrere Erträge oder Resistenzen gegen Schädlinge/Krankheiten zu erzielen.
- Neuere Untersuchungen deuten an, daß der Verzehr von rotem Fleisch das Diabetes-Risiko erhöht. Auch das Krebsrisiko und die Gefahr für Herzkreislauferkrankungen steige.
Passenderweise wird auch in dem erwähnten Blog dem Fasten eine reinigende und heilsame Wirkung zugeschrieben. Ich warte noch auf den wissenschaftlichen Beweis der Existenz der bösen Schlacken, die da immer entfernt werden sollen. Fasten ist nach meiner Ansicht primär dafür gut, den eigenen Stoffwechsel in den Keller zu prügeln und so dem Jojo-Effekt den Weg zu bereiten.
Für mich klingt Paleosophie sehr (pseudo)alternativ-esoterisch und erinnert mich stark an die religiös auftretenden Rohkostfreunde oder Urkost-Jünger, die mit vergleichbaren Argumenten und Heilsversprechen vor einigen Jahren durchs Usenet geisterten und die Heilslehren von Herrn Konz propagierten.

Die Schweinegrippe ist derzeit ein sehr beliebtes Thema, vor allem auch in den ganzen Zeitungen mit den großen Buchstaben. Mich beschleicht allerdings zunehmend der Eindruck diese ganze Nummer mit der Schweinegrippe ist ein krudes Konglomerat aus Sommerloch, Interessen der Pharmalobby und anderer Interessengruppen. Vielleicht irre ich mich aber auch. In den Schaukästen der Revolverblätter lesen sich die Schlagzeilen teilweise so, als ob ein Infizierter auf der Stelle tot umfallen würde. Es ist sehr sehr schwierig zu entscheiden, was und wieviel (kalkulierte) Panikmache ist und was tatsächlich
Angesichts dessen sind die Empfehlungen zum Thema "Impfen - Pro & Contra" auch sehr widersprüchlich. Auf welcher Basis kann ich als medizinischer Laie entscheiden? Das Risiko zu tragen, mich möglicherweise zu infizieren, einige Zeit krank zu sein und vielleicht auch zu sterben oder mir einen neuen Impfstoff unter den genannten Bedingungen verabreichen zu lassen, der mich vielleicht lebenslang schädigt, obwohl ich mich vielleicht nie mit der Grippe infiziert hätte?