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Mehr Spaß in Bussen und Bahnen

Sie fahren oft oder gelegentlich mit Bussen und Bahnen? Dann beachten Sie unsere hilfreichen Tipps und Tricks für mehr Spaß im ÖPNV!

  1. Stellen Sie sich möglichst so vor die Zugtür, daß die aussteigewilligen Passagiere nicht aussteigen können. Lassen Sie sich dabei von "der Mauer" aus dem Fussball inspirieren.
  2. Steigen Sie schon ein, während Leute noch aussteigen. Damit steigern Sie insbesondere in der Rushhour Ihre Chancen auf einen kostbaren Sitzplatz.
  3. Bleiben Sie nach dem Einsteigen erstmal im Eingangsbereich stehen und sehen sich in Ruhe um.
  4. Maulen Sie Leute an, die gegen Sie prallen.
  5. Maulen Sie beim Aussteigen, die Leute an, die vor Ihnen aussteigen, damit diese schneller gehen. Auch wenn dies wegen 1. nicht möglich ist. Der Mensch braucht Herausforderungen.
  6. Wenn Sie nur einen Stehplatz im Eingangsbereich bekommen: Machen Sie an der nächsten Haltestelle auf gar keinen Fall Platz für Leute, die hier aus- oder einsteigen wollen. Jeder Millimeter, den sich sich bewegen ist ein schlimmer Fehler.
  7. Nutzen Sie ihre riesigen Gepäckstücke, um lästige Ein- und Aussteigevorgänge zu unterbinden.
  8. Lehnen Sie sich zur Rushhour unbedingt lässig an die Haltestangen, damit Sie cool wirken, wenn die anderen Fahrgäste mangels Festhaltemöglichkeit lustig durch die Bahn purzeln.
  9. Ignorieren Sie das Verbot der Fahrradmitnahme zu bestimmten Uhrzeiten. In dem Gedränge der Rushhour sieht das Radl sowieso keiner. Und blaue Flecke bei Ihren Mitfahrern sind billiger als Tattoos.
  10. Bieten Sie ihren Kleinkindern unbedingt einen eigenen Sitzplatz an. Alte Leute und Schwangere können ruhig stehen.
  11. Lassen Sie ihren Kinderwagen samt Kind irgendwo im Wagen stehen, während Sie sich ganz woanders hin setzen. Vielleicht nimmt ja irgendwer die kleine Heulboje mit.
  12. Sie können schon auf eigenen Füßen stehen? Egal! Entschuldigen Sie sich auf keine Fall bei Ihrem Opfer für demolierte Zehen.
  13. Quetschen Sie sich unbedingt in letzter Sekunde zwischen die sich schließenden Türen. Die gehen davon sicher nicht kaputt.
  14. Hämmern Sie empört gegen gesperrte Türen mit "Defekt"-Aufklebern!
  15. Zwängen Sie sich unbedingt noch in die rappelvolle Bahn. Es kommt nie wieder ein nächster Zug. Versprochen.
  16. Halten Sie unbedingt Ihren Hintern in den "gelben Bereich" der Lichtschranke. Damit wird die Abfahrt wirkungsvoll verhindert.
  17. Meckern Sie, warum der Sch****zug nicht endlich losfährt.
  18. Der Fensterplatz neben Ihnen ist frei? Verhindern Sie unter allen Umständen, daß sich dort jemand hinsetzt.
  19. Freuen Sie sich, wenn Sie in der U-Bahn einen Fensterplatz ergattern! Niemand wird Sie als Tourist aus der Provinz erkennen!

Kennt ihr noch mehr Tipps? ;-)

Piratenurlaub - Das Ende einer Landpartie!

Wer es noch nicht mitbekommen hat: Ich bin vor einigen Monaten (genauer am 1. November 2011) wieder bei den Piraten eingetreten. Der Austritt hatte Gründe. Teile davon bestehen immer noch. Der Wiedereintritt in die Atmospäre hatte auch Gründe und darüber möchte ich jetzt Auskunft geben. 

1) Mir ist Frau Merkel im Traum erschienen. Na, nicht ganz. Vielmehr hat meine andauernde Beobachtung der poltischen Verhältnisse in diesem unserem Lande dazu geführt, dass mir klar wurde, daß ich wieder etwas tun muß. Ein Abchecken der potentiellen Betätigungsfelder ließ mich recht bald wieder an der Stelle ankommen, an der ich aufgehört hatte. Doch wieder Piraten? Ich habe lange mit mir gekämpft, ob ich das wirklich machen soll. Sollte die Piratenpartei doch der Ort für meine politische Arbeit sein? Die politischen Ziele sind ja (von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen) dieselben.

2) Der (damals) neue Bundesvorstand machte einen weitestgehend guten Job. Insbesondere Afelias Video zu innerparteilichen Umgang miteinander hat mir das Gefühl gegeben, daß hier endlich an der Diskussionskultur gearbeitet wird. Zu dem Zeitpunkt war es aber noch zu früh.

3) Nach dem Einzug ins Berliner Abgeordnetenhaus war klar, daß die Zukunft wirklich in der Politik und nicht in politisierter Selbstzerfleischung stattfindet. Plötzlich war bei den Piraten wieder Aufbruchstimmung da. Die ganze Energie, die 2009 so beeindruckend war und die jetzt dazu führte, dass diese Energie wieder verstärkt in Politik investiert wurde, statt in innerparteiliche Rosenkriege.

4) Ich habe gelernt, daß der Shitstorm in anderen Parteien in anderen Ausprägungen vorkommt bzw. nur dadurch verhindert wird, daß die Basis nichts wesentliches zu melden hat. Mir ist es lieber viel Zeit vor und zwei Tage an einem konkreten Bundesparteitag mit der Prüfung zahlreicher Kandidierender zu verbringen, als im Rahmen eines Delegiertensystems über ein bis zwei Personen abstimmen zu dürfen, die irgendjemand anderes an die entsprechende Position gehievt hat. Mir sind öffentlich geführte heftige Debatten (auch wenn die sich öfter im Ton vergreifen) inzwischen lieber, als Gemauschel hinter den Kulissen. Ein gut dosierter Shitstorm kann tatsächlich als Korrektiv wirken. Er muss es vermutlich auch. Überdosierungen sind aber weiterhin schädlich.

5) Tatsächlich hat auch das unsägliche Geschrei "Bei den Piraten gibt es ja gar keine Frauen! Und die die es gibt, werden total unterdrückt!" in den Medien dazu beigetragen, mich wieder in die Diskussion einzuklinken.

Der Piratenurlaub ist beendet. Tatsächlich hat die Distanz zwischendurch sehr geholfen, einige Ansichten über die Partei und mich selbst als Teil der Partei zu rekallibrieren.

Austria Libre

Einige dumme Bemerkungen, eine Assoziationskette et voilà... der Austria Libre:

2-4cl Marillenschnaps

1 Spritzer Limettensaft

mit Almdudler auffüllen

Eiswürfel

...ist hiermit erfunden! Prost! ;-)

Himbeerblutbad

Ich hatte einen Beutel mit Tiefkühlhimbeeren, auf den Badewannenrand gestellt, weil ich anderswo Platz brauchte. Der Himbeersaft hat sich selbständig gemacht und dabei interessante Linien in der Wanne hinterlassen. Klicken macht groß.

Frackzwang

Dieser Tage regte ich mich auf Twitter darüber auf, daß die CSU stinkeböse ist, daß die CDU die Kritiker des Betreuungsgeldes nicht schärfer in ihre Schranken weist. Ein derart offen geforderter Maulkorb für innerparteilich Andersdenkende ist unter piratischen Umständen kaum vorstellbar. Piraten lassen sich nicht den Mund verbieten und das ist auch einer der wesentlichen Charakterunterschiede zwischen Piraten und dem herkömmlichen Politikbetrieb.

Darauf meinte @jnievele auf Twitter zu mir, daß die Piraten nicht um den Fraktionszwang herumkommen würden und daß es den Grünen damals genauso ergangen sei. Ich sehe das anders.

Wenn die Piraten so etwas wie einen ideologischen "Überbau" haben, dann ist es die Freiheit des Individuums. Allein aus diesem Grund würde ein Fraktionszwang einen fundamentalen Widerspruch zu piratischen Auffassungen darstellen. Zudem sind die Piraten jenseits der gemeinsamen Positionen zu heterogen, um sich einem solchen Zwang zu beugen. Ausserdem setzt ein Fraktionszwang eine Top-Down-Organisation voraus, die ebenfalls einen eklatanten Widerspruch zu piratischen Idealen und poltischer Teilhabe darstellt. Ganz abgesehen davon, daß ein formeller Fraktionszwang in Deutschland sogar verfassungswidrig wäre. Der Abgeordnete ist eigentlich nur seinem Gewissen verpflichtet. Er gehört idealerweise einer Partei an, in deren Wertekanon er seine politische Heimat gefunden hat. Das darf aber nicht bedeuten, daß er seine eigene Meinung beim Betreten des Parlaments bei der Fraktion abgeben muß. Die Fraktion darf kein Meinungsknast sein.

In die Parlamente muß nach meiner Auffassung wieder Überzeugungsarbeit einkehren. Wenn aber innerhalb der etablierten poltischen Lager aufgrund eines Dekrets von oben niemand auch innerhalb der eigenen Partei mehr überzeugt werden muß, weil der einzelne Abgeordnete ohnehin nicht die Wahl hat, kann man sich das Finden belastbarer Argumente für Gesetzesvorhaben auch sparen. Ein Hinterfragen von Positionen, eine inhaltliche Prüfung findet auf dieser Basis kaum statt. Die einen sind verpflichteterweise dafür, die anderen dagegen. Die eigentliche Abstimmung gerät unter solchen Voraussetzungen zur Farce. Und unter anderem gegen diese Auswüchse des Parlamentarismus sind die Piraten angetreten. Die Zeiten kalkulierbarer lobbygetriebener Mehrheiten, die auf Kosten von Überzeugungsarbeit, gesellschaftlich und politisch erarbeiteten Konsens gehen, müssen irgendwann vorbei sein. Und ja, es ist anstrengender als Durchwinken. Und das muß auch so sein.


Der Urmensch als Religionsstifter

Über Ernährungsmarketing, -mythen und Heilslehren schimpfe ich ja gerne mal, insbesondere wenn es (wie alle anderen auch) von sich behauptet, streng wissenschaftlich zu sein, aber wesentliche Aspekte unter den Tisch fallen lässt oder als unwahr deklariert.

Die neuste Idee nennt sich jetzt wohlklingend Paleosophie und propagiert den Konsum von rotem Fleisch und als Begründung muß mal wieder die Ernährung unserer urmenschlichen Vorfahren herhalten, für die unser Verdauungsapparat angeblich ausgelegt sei. Bei kohlenhydratarmer, aber dafür fleischreicher Diät wird so natürliche Schlankheit und Gesundheit versprochen und fitter wird man natürlich auch. Bei mir schrillen bei soviel Missionierungseifer, Successstories und Heilsbotschaften gleich sämtliche Alarmglocken.

Was bei angepriesenen "Idealernährung" ausser acht gelassen wird:
  • Unser Vorfahr, der sich so ernährt hat, rannte hinter dem Büffel her. Er jagte oder sammelte mühselig, statt sein Leben am Schreibtisch und im Auto zu verbringen.
  • Der moderne Mensch geht in den Supermarkt oder zum Metzger. Oder er fährt mit dem Auto dorthin.
  • Unsere Vorfahren kannten Hungerzeiten.
  • Nahrung ist heute jederzeit verfügbar und nicht nur dann, wenn man beim Jagen oder Sammeln erfolgreich war. (Deswegen brauchen wir heute auch die Gallenblase als Reservoir nicht mehr.)
  • Die angepriesene Ernährungsweise ist ohne Massentierhaltung kaum möglich. Ökofleisch ist teuer.
  • Die mit der Massentierhaltung einhergehenden Risiken und Nebenwirkungen, wie zB den Einsatz von Antibiotika in großen Mengen spielten für unseren Vorfahren auch keine Rolle.
  • Der Fleischkonsum bzw. die Massentierhaltung ist laut Untersuchungen für 18% der Treibhausgase verantwortlich. Auch Ökorinder furzen übrigens.
  • Brandrodungen für Weideflächen oder Ackerland zum Anbau von Futtermitteln zerstören den Regenwald.
  • Es werden Futtermittel wie Soja im großen Stil angebaut, wo man auch Nahrungsmittel zum direkten Verzehr durch den Menschen anbauen könnte.
  • Die Futterpflanzen sind häufig genetisch verändert, um höhrere Erträge oder Resistenzen gegen Schädlinge/Krankheiten zu erzielen.
  • Neuere Untersuchungen deuten an, daß der Verzehr von rotem Fleisch das Diabetes-Risiko erhöht. Auch das Krebsrisiko und die Gefahr für Herzkreislauferkrankungen steige. 

Passenderweise wird auch in dem erwähnten Blog dem Fasten eine reinigende und heilsame Wirkung zugeschrieben. Ich warte noch auf den wissenschaftlichen Beweis der Existenz der bösen Schlacken, die da immer entfernt werden sollen. Fasten ist nach meiner Ansicht primär dafür gut, den eigenen Stoffwechsel in den Keller zu prügeln und so dem Jojo-Effekt den Weg zu bereiten.

Für mich klingt Paleosophie sehr (pseudo)alternativ-esoterisch und erinnert mich stark an die religiös auftretenden Rohkostfreunde oder Urkost-Jünger, die mit vergleichbaren Argumenten und Heilsversprechen vor einigen Jahren durchs Usenet geisterten und die Heilslehren von Herrn Konz propagierten.

Die Nuckler

Nachdem mein alter Rucksack jüngst dem Gammel zum Opfer gefallen war, brauchte ich einen Ersatz und begann mit der Recherche. In den diversen Läden online und offline fiel mir auf, das es kaum noch Rucksäcke ohne diese hässlichen Trinkflaschenhaltenetze gibt. Viele Menschen legen aber seit einiger Zeit ihre Trinkflasche wirklich kaum noch aus der Hand, weil ja insbesondere dem modernen Menschen in der modernen Großstadt der Tod durch Dehydration immer dicht auf den Fersen ist. Ich vermute, aus ähnlichen Beweggründen fahren auch viele Großstädter Geländewagen.

Wie kommt's? Meine Vermutung: Nachdem uns die Industrie erfolgreich das Hungergefühl abtrainiert hat, ist inzwischen das Durstgefühl fällig. "Wenn Sie Durst haben, ist es schon zu spät!" heisst es da und es wird diagnostiziert, der eigene Flüssigkeitskonsum sei falsch und gesundheitsschädlich. Ich als Trinklaie wundere mich dann immer, wie die Menschheit einige Millionen Jahre Evolution ohne kontinuierliches Trinken nach Trinkplan erfolgreich bewältigen konnte. Neben Wasser und allen möglichen Wellness- und Wundergetränken kann man mit dem Trinkterror auch Trinkflaschen mit Nuckeleinsatz verkaufen und natürlich auch Rucksäcke mit hässlichen Trinkflaschenhaltenetzen. Eine Smartphone-App, die einen regelmäßig ans Trinken erinnert, bringt es übrigens auf über 500.000 Downloads. Die Nummer funktioniert also.

Der moderne Mensch ist also stets besorgt, dem spontanen Dursttod zum Opfer zu fallen und wähnt gar in der Fußgängerzone, die Geier über sich kreisen, gewillt ihm bei erster Gelegenheit, das ausgedörrte Fleisch von den Knochen zu reissen. Deswegen schleppen viele Zeitgenossen ständig Getränkeflaschen mit sich herum und nuckeln daran. Deswegen haben diese Pullen auch diese speziellen Nuckelaufsätze, die man früher nur bei Fahrradflaschen verwendete. Die Kaltmamsell erwähnte kürzlich, daß die Nuckler inzwischen sogar im Schwimmbad ihre Nuckelflaschen am Beckenrand deponieren. "Nimm dir etwas zu trinken mit!" mahnen Freunde. Dabei ist das Ziel keine anstrengende Wanderung in die menschenleere Einöde, sondern ein Stadtbummel. Mit Getränkebeschaffungsmöglichkeiten für nahezu jedes Budget an jeder Ecke!

Meine Vermutung ist, daß als nächstes das Atmen als neue Einnahmequelle entdeckt wird. Freuen wir uns auf hippes Belehrungsmarketing über richtiges Atmen, Atemhilfen, Atemapps und sicher auch Spezialatemluft in Flaschen. In Nischenbereichen gibt es das sicher heute schon, aber der Massenmarkt wartet.

Zerbrochene Neuigkeiten

Gestern nachmittag zappte ich mich durch's Fernsehprogramm und kam wieder einmal zu dem Schluß, das eigentlich Schlimme an grippalen Infekten sei das Tagesprogramm im Fernsehen. Ich landete also zappenderweise just in dem Moment auf n-tv, als dort etwas über einen möglichen Amoklauf an einer Leipziger Schule berichtet wurde. Neben dem Sprecher war ein prachtvoller fetter Schriftzug "Breaking News" eingeblendet. Scheinbar macht man das heute so und "Eilmeldung" ist auch keine Begrifflichkeit, mit der man in diesen Zeiten noch einen Hund hinter dem Ofen hervorlockt.

Die Nachrichtenlage war ausserordentlich dünn. In der Schule sei ein Amokalarm ausgelöst worden. Die reguläre Unterrichtszeit sei schon vorbei. Ein zufällig in der Nähe filmendes Fernsehteam sei sofort herbeigeeilt. Man habe mit einer Schülerin gesprochen. Die habe gesagt, es sei ein Amokalarm ausgelöst worden. Dann hätte man nach meiner Auffassung seriöserweise sagen müssen "Wir melden uns, wenn es etwas Neues gibt!", aber das tat man nicht. Man machte weiter.

Den Rest der Zeit verbrachte der Moderator dann mit einem Telefonat mit einem Kollegen des erwähnten Kamerateams und dem verzweifelt wirkenden Versuch, Zeit bis zu einer wirklichen Meldung zu schinden. Und diese Schinderei war bemerkenswert. Es wurden circa zwei Fotos der Schule im Wechsel gezeigt und auch Satellitenaufnahmen des Schulgebäudes. Dann sprach man über Evakuierungspläne und posaunte mangels wirklicher Nachrichten dann gleich noch das Codewort hinaus, mit dem Amokläufe gemeldet werden. Dann verstieg man sich in Spekulationen, welche Hintergründe (!) ein möglicher (!) aber unbestätigter (!) Amoklauf wohl haben könnte.

Um meinen Genesungsprozess nicht zu gefährden, habe ich dann ausgeschaltet. Es bleibt dabei: Das eigentlich Schlimme an grippalen Infekten ist das Tagesprogramm im Fernsehen!

Nudeln mit Auberginen-Ricotta-Sauce

Heute abend drohte ich auf Twitter einigen Auberginen mit einem Backofenaufenthalt. Auf Wunsch einiger Menschen serviere ich noch die Zubereitungsanleitung.

Zutaten (für 2 Personen)

  • 2 mittelgroße Auberginen
  • 2 Schalotten
  • 2 Knoblauchzehen
  • 100g Ricotta
  • Pfeffer, Salz, Olivenöl
  • Grana Padano oder Parmesan

Als erstes wird der Backofen auf 225°C eingeheizt. Währenddessen werden Auberginen gewaschen und geputzt und mit Olivenöl eingepinselt. Ich reibe die DInger lieber mit einem ölgetränkten Küchenkrepp ein. Dann müssen die Auberginen noch mit einer Gabel mehrfach gepiekst werden, bevor sie zB in einer Auflaufform für ca. 30 Minuten im Ofen verschwinden. Klick auf die Bilder macht sie groß!



 Die Auberginen frisch aus dem Ofen. Angeschrumpelt.

 Ausschaben!

 Servieren.

Danach müssen die Auberginen unter Beachtung der erforderlichen Sicherungsmaßnahmen aus dem Ofen genommen, aufgeschnitten und ausgeschabt werden. Die Pampe wandert sogleich in den Topf, wo bereits die kleingeschnittenen Schalotten und der Knoblauch mit etwas Öl angeröstet wurden. Mit einem Pürrierstab die Masse nochmal nachzerkleinern, mit Pfeffer und Salz abschmecken. Dann den Ricotta reinrühren. Wem die Mischung zu pampig ist, kann mit etwas Olivenöl oder Milch mehr Cremigkeit erzielen.

Zum Schluss dann auf den Nudeln auftürmen, Käse drüber und aufessen.

 

Falsch positioniert

Stammtische haben bei den Piraten viele Aufgaben. Man kann sich im Reallife treffen und endlich mal kennenlernen, es gibt Informationen zu vergangenen Veranstaltungen, Neuigkeiten, es werden Termine besprochen, (lokale) Projekte vorgestellt, Mitstreiter für bestimmte Themen gesucht, Aktionen koordiniert und Interessierte haben eine Anlaufstelle. Und man kann natürlich Gegenstände austauschen, die man beim besten Willen nicht per Mail verschicken kann. Es gibt natürlich auch nach dem offiziellen Teil immer wieder kleine Diskussionsgruppen von Leuten, die ein Thema tiefergehend besprechen. Grundsätzlich eignen sich Stammtische aber nur sehr sehr eingeschränkt für inhaltliche Arbeit.

Nun war letztens ein Pirat eines anderen Kreisverbandes anwesend, der sich eigens auf den Weg nach München gemacht hatte und ein Positionspapier vorstellte. Gut! Er verteilte die bisherige Ausarbeitung von vier DIN-A-4-Seiten in einigen Ausdrucken unter den zahlreichen Anwesenden. OK! Er begann dann, im großen Kreis (20-30 Anwesende) über Inhalte und Formulierungen zu diskutieren. Wie meinen? 

Was fand ich an der ganzen Situation schlecht:

  • Der Text war nicht in einem Piratenpad verfügbar. Der Versand per Mail war aus irgendeinem Grund fehlgeschlagen.
  • Das Thema war komplex. Man muss sich einlesen, Behauptungen und Sachverhalte nachprüfen und andere recherchieren.
  • Der Text war lang.
  • Das Thema hat nur einen Teil der Anwesenden wirklich interessiert.
  • Auf dem Stammtisch ist immer laut. Besonders, wenn er so gut besucht ist und der Raum voll.
  • Auch inhaltlich Interessierte sind aufgrund der Rahmenbedingungen und persönlicher Disposition (zwei Bier) nicht in die Diskussion eingestiegen.
  • Der "Antragsteller" ließ sich auch durch Argumente nicht von seinem Tun abbringen und machte weiter.

Kurz: Es wäre perfekt gewesen, das Positionspapier vorzustellen, nach Mitstreitern zu suchen und dann auf unsere üblichen Kollaborationswerkeuge wie Pad und Wiki zu verweisen, um online gemeinsam an dem Papier zu arbeiten. Auf Redaktionssitzungen werden keine Artikel geschrieben.

Chili con carne!

"Aus einem missglückten Mettigel kann immer noch ein leckeres Chili werden!"
(Alte Piratenweisheit)

Chili mit Carne, aber noch ohne Bohnen!

Zutaten (für 2 Personen)

  • 400g Hackfleisch
  • 2 Dosen Pizzatomaten
  • 1 Dose Kidneybohnen
  • 3 Lorbeerblätter
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 große Zwiebel
  • 2 TL Oregano
  • 1 TL Kümmel (gemahlen)
  • Chili (als grobes Chili, Chilipulver oder frische Schoten)
  • Pfeffer, Salz
  • Olivenöl

Die Zwiebel schneiden, den Knoblauch schneiden oder pressen und im Öl anbraten, dann das Hackfleisch dazu und schön krümelig braten. Dann kommen die Tomaten und Gewürze dazu. So kocht das ganze dann ca. 30 Minuten (10 Minuten brodeln lassen, danach bei geringer bis mittlerer Hitze weiterkochen.) für die letzten 20 Minuten die abgespülten Bohnen hinzugeben.

Tipp: Aufgewärmt schmeckt's besser. Deswegen koche ich das Chili vor und lasse die Bohnen weg. So kann es dann einige Stunden abkühlen und "ziehen". Die Bohnen kommen dann beim Wiedererhitzen hinein.

Dazu passt: Weissbrot, Reis, Tortillachips

Das Rezept habe ich irgendwann mal irgendwo im Internet gefunden. Leider ist mir das dazugehörige Bookmark abhanden gekommen und angesichts von gefühlten 100 Millionen Chili-Rezepten im Web muss ich hier die Credits leider schuldig bleiben.


Q wie Quark - ein Dessert

Das Weihnachtsdessertrezept auf besonderen Wunsch von Frau R. Die Menge ist ausreichend für 6 Dessertschälchen in der Größe einer Kaffeetasse. Vielleicht reicht es auch noch für eine siebte Tasse. Oder zum Schüssel auslecken. ;-)

  • 500g Magerquark
  • 200g Ricotta
  • 200g Sahne
  • Puderzucker
  • Vanillezucker
  • Gefrorenes Beerenobst (Erdbeeren, Himbeeren, Beerenmischung) 300-450g
  • Optional: Einen Schnaps, der zum Obst passt
  • Raspelschokolade
  • Milch
  • Geraspelte Schale einer Orange (entweder selbst von einer unbehandelten Orange runterraspeln oder faul sein und ein Beutelchen Fertigzeugs verwenden.)

Als erstes die Sahne mit etwas Puderzucker und Vanillezucker süssen und dann schlagen bis sie fest ist. Dann bis zur Weiterverarbeitung kaltstellen. Wer mag, kann noch Sahnefestiger verwenden.

Dann den Quark mit etwas Milch und dem Mixer glattrühren und den Ricotta dazurühren. Ordentlich Puderzucker und Vanillezucker und natürlich Orangenschale dazu. Wenn es euch erstmal zu süss vorkommt, ist das nicht weiter tragisch. Und schön durchquirlen. Dann wird die Sahne druntergehoben. Dieses Gemisch kann dann gleich in die Dessertschälchen umgefüllt werden oder im Zubereitungsnapf verbleiben. Es muss aber in jedem Fall kalt stehen.

Das gefrorene Obst rechtzeitig aus dem Tiefkühler nehmen, damit es einigermassen angetaut ist. Etwas Vanillezucker und den Schnaps dazu, alternativ Wasser oder einen passenden Saft und das Ganze mit dem Zauberstab pürrieren. Dann die Quarkmasse in die Servierschälchen füllen, eine Schicht Raspelschokolade draufstreuen und darauf dann das Sorbet türmen und/oder verstreichen (je nach Konsistenz). Gleich servieren.



Weihnachtsgruss 2011

Das diesjährige Weihnachtsfest brachte mir unter anderem das lang ersehnte Grafiktablett. Über dieses formidable Gerät, seine Verwendungsmöglichkeiten unter den hier im Haus ansässigen Betriebssystemen werde ich in Zukunft sicher hier auf dieser Verlautbahrungsplattform noch öfter schreiben, aber erstmal muss ich üben, mit dem Ding umzugehen. Es gibt sehr viele Einstellungen auszutüfteln!

Als Vorgeschmack gibt es hier schon mal eine Weihnachtsratte. Euch allen noch frohe Feiertage! :-)


Das perfekte Last-Minute-Geschenk

Wer jetzt noch losrennen muss, um Geschenke zu besorgen, dem sei das "Defaultholz" empfohlen. Es ist in jedem Baumarkt erhältlich, allerdings unter eher irreführenden Bezeichnungen. Es kann für unglaublich viele Dinge im Haushalt verwendet werden: Als Stütze beim Aufbau von Ikeamöbeln, als Hammer-Ersatz, zum Spinnenerschlagen, als Wackelbremse für zu kurze Tischbeine, als Notizzettel, als Objekt für Probebohrungen beim Heimwerken, als Türstopper, Stütze für marode Bettenmittelbalken, Topfuntersetzer... der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. 

Geschmackvoll verpackt in der Variante "Tüpfelhyäne" erfreut es jung und alt! Die Bauform des Defaultholzes ist ausserdem sehr verpackfreundlich gestaltet, auch für die Antitalente unter den Schenkern!



Feuer frei?

Meine bisherigen Erfahrungen mit der Zeitschrift Emma sind nicht die besten. Schon 2002 hatten einige Damen in meinem Freundeskreis das Vergnügen mit einem Artikel über "Frauen und IT" in besagter Zeitschrift, was dann noch einige Kreise gezogen hat. Genaueres kann bei Gattinnen im Netz nachgelesen werden.

Einst feministisches Kampfblatt, heute Bildzeitungsersatz für Emanzipationsinteressierte? Zumindest die Güte der Recherchen, mit deren Auswirkungen ich mich bislang befassen durfte, finde ich bedenklich. Schlecht oder gar nicht recherchiert, nicht analysierend, sondern manipulativ und immer so auslegend, dass es nicht mit dem eigenen Weltbild kollidiert und das klassische Feindbild, aus der die Zeitschrift meiner Ansicht nach ihre Existenzberechtigung ableitet, weiter unterfüttert wird.

Cymaphore nimmt den besagten Artikel auseinander, wo sich die Emma mit den Frauen bei den Piraten beschäftigt.

Daraufhin verbrennt eine Piratin ein Exemplar dieser Zeitschrift in der Öffentlichkeit, was bei der Holzpresse als "Piraten verbrennen Emma" landet. Sowas nenne ich einen Bärendienst. Diese Aktion ist auf so vielen Ebenen kaputt. Ich persönlich finde, das öffentliche Verbrennen von Meinungsäusserungen anderer Personen ist indiskutabel. Und ich finde es auch indiskutabel, wenn sich gewählte Parteivertreter positiv zu so einer Aktion äussern, weil die nämlich mit dem Meinungspluralismus für den gerade die Piraten stehen wollen, genau nichts zu tun hat. Das ist billigste Symbolik aus der Mottenkiste und ist keinen Deut besser als die voreingenommene Polemik in dem Artikel, der hier zum Stein des Anstoßes wurde.

Das Schlimmste an dem Artikel finde ich persönlich, dass Emma behauptet auf meiner Seite zu sein, meine Existenz (als Pirat und IT-Frau) aber leugnet. Wo die Haltung "Ich muss selbst nichts tun, ausser mich zu empören, denn ich werde ja von anderen unterdrückt!" gefördert wird und mein persönliches Lebensumfeld und meine Lebensweise nicht respektiert, sondern teilweise sogar negiert wird. Und das soll dann am Ende die Gleichbehandlung von Frauen und Männern in der Gesellschaft erreichen?