Dänemark ist ein lustiges Land. Dort ist Urlaub noch richtiger Urlaub,
weil man nicht mit dem gleichen Geld bezahlt wie daheim. Das Geld ist
auch lustig, denn teilweise sind Löcher in den Geldstücken. Auch wenn
man in Dänemark mit Kronen bezahlt und das Geld Löcher hat, kann man
sich diese Kronen nur bedingt auf den Kopf setzen und sich
aristokratisch fühlen.
Bier heisst in Dänemark Øl und das wird Öl ausgesprochen. Öl heisst
hingegen Olie und ausserdem gibt es dort geradezu bösartig leckeren
Marzipankuchen, besonders den aus dieser kleinen Ökobäckerei in
Svendborg. Dieser Kuchen wurde allerdings von der Besatzung der Vineta
unverzüglich verspeist, so daß leider keine Zeit mehr war ein
Beweisfoto anzufertigen.
Da Dänemark zu
wesentlichen Teilen in der Ostsee liegt, gibt es auch
meistens irgendeine Art von Ostwind und deswegen heisst auch Käse Ost.
damit sich die Touristen das mit dem Wetter besser merken können. Es
spart auch morgens beim Wettermachen unheimlich Zeit, wenn man nur ein
E für Ostwind ins Logbuch malen muß und sich das Rauskraxeln und Finger
in den Wind halten sparen kann. Ausserdem kann man ins Logbuch und auf
den Einkaufszettel mehr oder weniger das Gleiche schreiben. Ost!
Allerdings bekommt man in der Neben- oder Nachsaison in Dänemark nichts
mehr zu essen. Supermärkte und Kioske (wie hier auf Omø) sind leer und
Touristenabfütterungsanstalten geschlossen. Immerhin gibt hier auch
eine Spinne, die auf den Laden aufpasst und ihn für den Winter schön
warm einpackt. Ich habe gar nicht gewusst, daß Spinnen auch schreiben
können.

Apropos Essen, Katzen bekommen in Dänemark immer was zu essen, sie fangen es sich nämlich selbst. Deswegen hängen die Dänen auch Warnhinweise vor die Tür, damit die Touristen wenigstens nicht selbst gegessen werden.
In diesem Zusammenhang fiel dann auch diese technisch ausgereifte Fischhaltevorrichtung in Sønderborg auf. Klar, denn ein Fisch in der Hand ist besser als die Katze auf dem Dach. Sønderborg ist überhaupt eine nette Stadt. Es gibt da ein Schloß, wo ab und zu eine Königin drin wohnt und zwar die, die auch auf den Münzen und Briefmarken abgebildet ist. Vor dem Schloß stehen - wie sich das gehört - ein paar dicke Kanonen, mit denen man früher auf Touristenungebetene Gäste gefeuert hat. Heute sind auch die Zeiten der Wikinger schon lange vorbei und deswegen heben die Dänen nur diese Kanonen auf, die auch ordentlichen Wumms machen würden, wenn man sie ließe. Wir fanden das ganz gut, daß die Kanonen inzwischen nicht mehr zum wummsen benutzt werden, schließlich wollten wir die Kaution für das Boot gerne zurückbekommen.
Es gibt aber auch Wummskugeln, die früher im Wasser rumschwammen und heute in den Hafenstädten als Dekoration rumliegen. Die Dänen malen sie schön bunt an, so wie ihre Flagge, den Dannebrog. Das sieht hübscher und vor allem ungefährlicher aus. Wie die Berufsaussichten für Mimesweeper Consultants in Dänemark sind, konnten wir allerdings nicht herausfinden. Zum Glück haben wir alle etwas Anständiges gelernt.
In .dk wollen viele Häuschen aussehen wie das Haus von Hägar und weil Dänemark hauptsächlich aus Inseln besteht, gibt es naturgemäß ziemlich viel Wasser dazwischen und damit Hägar und seine Freunde immer dem Heimweg finden, haben sie diese lustigen knallroten Klobürsten ins Wasser gestellt. Je nachdem auf welcher Seite vom Boot die Klobürste dann ist, weiß man, ob man heimfährt oder nicht. Seezeichen sind überhaupt toll und es gibt auch Kardinaltonnen. Die sind ganz besonders wichtig, denn immerhin spricht man ja immer von der christlichen Seefahrt. An die Kardinaltonnen sollten sich auch Atheisten und Angehörige anderer Religionen halten.
In Dänemark ist Alkohol wie in ganz Skandinavien ganz schön teuer, so daß der (un)christliche Seefahrer für seinen Schluck aus der Buddel tief in die Tasche greifen muß. Das hindert aber die wenigsten Seefahrer daran, trotzdem Anlege- und sonstige Manöver zu begießen und irgendwann wegen Alkohol am Ruder von der Küstenwache eingesackt zu werden. Vermutlich heben die Dänen deswegen die ganzen leeren Buddeln sorgfältig in speziellen Aufbewahrungsstätten auf, weil sie für spezielle Recyclingprojekte benötigt werden.
Und dies ist so ein Recyclingprojekt. Wer immer schon mal wissen wollte, wie die Buddelschiffe in den Buddel zusammengebaut werden, sieht hier einen Schiffsbauer bei der Arbeit.

Das war es erstmal mit dyfas Dänemark Reiseführer. Demnächst mehr oder auch nicht.