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Rhythm is a dancer

Nachdem ich meine Vorliebe für elektronische Musik wiederentdeckt habe, begann ich kürzlich mit meinem Lieblingskollegen Herrn L. aufgrund einer harmlosen Äußerung "Diesem Stück fehlt echt der Wumms!" die typischen Bestandteile von Goa/Psytrance Musikstücken zu analysieren.

Wir unterscheiden:

primäres Wumms - Der Basisbeat, kann auch mal 160 BPM und mehr betragen.

sekundäres Wumms - Zusätzliche Beatsequenz, sorgt für Dichte.

tertiäres Wumms - früher bekannt als Schmiss, unterscheidet u.a. die Spreu vom Weizen.

Weitere Wummse - Einsatz nach Bedarf.

Melodei (opt.) - Erhöht den Wiedererkennungswert u/o den Abgedrehtheitsfaktor. Die Melodei kann sich auch in einem der Wummse aufhalten oder im Schraddel Schrammel.

Goa 2.0 / Schraddel Schrammel - auch bekannt als Rustikalzusatzvertonung. Einspielung analoger Instrumentierung wie Gitarren in ansonsten durchdigitalisierte Musik.

Technopiano - In den 90er Jahren beliebte Instrumentierung durch das Einfügung von Melodei-Segmenten aus Plastikklavier, leider immer noch nicht vollständig aus der Mode gekommen.

Nebengeräusche
Töne, die weder Wumms noch Melodei sind, aber trotzdem in dem Lied vorkommen.

Zu nennen wären hier:

Defaultwabern - pseudoatmosphärisches waberndes Geräusch, sehr gerne auch am Liedanfang bevor das primäre Wumms einsetzt. War irgendwann mal originell. Wirkt inzwischen aber meistens antiquiert.

Defaultlabern - Gesprochene Texte, gerne auch in Form von gesampleten Filmzitaten oder ähnlichem.

Gameboy Gefiepe - offiziell Chiptune genannt. In vielen Werken immer noch integraler Bestandteil der Nebengeräusche. Klingt nach der guten alten Zeit, als Commodore noch eine ernstzunehmende Computerfirma war. Ein Klassiker, der meistens aber eher deplaciert wirkt.

The Sound of ÖPNV - Knatter-, Knarz-, Rumpel-, Ratter-, Quietsch- und Rauschgeräusche, die vorzugsweise direkt an der Quelle z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln gesammelt werden. Für dieses reizende Klangbeispiel (ice-knarz.mp3) eines depolarisierten ICE bedanke ich mich bei Herrn M. Diese Samples lassen sich mit Hilfe geeigneter Gerätschaften auch zur Erstellung von Melodeien nutzen. Zum Beispiel zur Neuvertonung der 9. Symphonie des Ludwig van B. in Knarz-Dur.

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