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Börsenfrühling in Absurdistan - Es treiben die Blüten.

XLF berichtet in seinem Blog über die Telekom. Mir kommen die dargestellten Mechnismen durchaus vertraut vor. Wer zu Zeiten explodierender Dotcom-Blasen in einem der größeren IT-Unternehmen gearbeitet hat, weiß um das mehr oder weniger geschickten Manöver, mit denen das Management versucht den schlingernden Kahn wieder auf Kurs zu bringen. Oft vergeblich. Und oft genug hat man nichts draus gelernt.

Im strauchelnden Unternehmen verlangen dann die Manager von den Leuten, sie sollen bitte schön ganz hart und gut arbeiten, damit der Karren nicht gegen die Wand fährt und weil es grad nicht so läuft auch noch für weniger Gehalt. Ich kenne viele Leute (einschließlich mir), die da mitmachen, weil sie sich dem Unternehmen gegenüber verpflichtet fühlen und loyal sind. Leider ist diese Loyalität gegenüber dem Unternehmen im Top-Management ein teilweise seltenes Gewächs.

Eigentlich ist so eine börsennotierte Aktiengesellschaft eine feine Sache. Jeder kann Anteile an einem Unternehmen erwerben und Miteigentümer werden. Leider ist diese Möglichkeit inzwischen vielerorts zu einer Gelddruck- oder auch Geldvernichtungsmaschine verkommen. Das Management verliert in vielen Fällen über der ganzen Fixierung auf kurzfristige Erfolge und das Shareholder Value den Blick für's Wesentliche. Was macht das Unternehmen aus? Worin liegt unsere Stärke? Wer nur in Quartalszahlen denkt, sich nicht oder nur am Rande mit dem Unternehmen und seinen Produkten oder Dienstleistungen identifiziert und die wichtigste Ressource seines Unternehmens - die Mitarbeiter und ihre Fähigkeiten die Produkte und Dienstleistungen zu erstellen - für ein paar Euro plus im Quartalsergebnis zum Teufel jagt, hat es eigentlich nicht verdient am Markt zu bestehen. Viele Leute (gerade in der IT) haben viele Umstrukturierungen, Restrukturierungen, Massenentlassungen und erlebt und gleich drauf wurde wieder umstrukturiert. Das hat einigen Chefs offenbar das Gefühl gegeben etwas getan zu haben für die Zukunft des Unternehmens. Operative Hektik vertuscht Planlosigkeit. Alles wird gut! Dabei hat der Mitarbeiter in der ganzen Zeit mehr oder weniger den gleichen Job gemacht, aber unter immer schlechteren Rahmenbedingungen. Und da soll man dann noch innovativ sein und den Karren aus dem Dreck ziehen?

Verfolgt man die Presse bekommt man ohnehin eher den Eindruck, daß das Unternehmen ausschließlich damit Geld verdienen, Anteile an sich selbst zu verkaufen. Ich kann also Person natürlich auch mein Wissen und meine Fähigkeiten verkaufen oder alternativ meine Organe an ebenso solvente wie verzweifelte Kundschaft. Kurzfristig mag die zweite Variante das Konto schneller füllen, aber es geht halt doch ein bisschen arg an die Substanz und ich bin so krank und schwach, daß ich mein Wissen und meine Fähigkeiten gar nicht mehr verkaufen kann.

Zum Glück arbeite ich jetzt nicht mehr bei den "Organhändlern", sondern in einem kleinen, aber feinen IT-Unternehmen, das wirklich mit Unternehmergeist geführt wird und wo "Mit Herzblut bei der Arbeit sein" nicht die "Lizenz zum Aussaugen" beinhaltet.

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