Skip to content

Die Quelle des Einkaufs

Es begann damit, dass die Cucina ihren Senf zum Thema Einkaufsquellen von sich gab und ich den Kommentar dann aus Länglichkeitsgründen hier abgebe. ;-) Einkaufstipps wären eigentlich super, aber...

Mir persönlich gehen ja Leute auf den Geist, die angeben (bestimmte) Produkte "ausschließlich" bei "XY" zu kaufen, weil alles andere "geht ja gar nicht." Ich habe dann immer den dringenden Verdacht, dass bei vielen dieser Aussagen weniger eklatante Qualitätsunterschiede zwischen Lieferant A und Lieferant B im Vordergrund stehen als die Möglichkeit, sich mit dieser Form von Einkaufssnobismus von anderen Leuten abzugrenzen. Da liegt der Mehrwert weniger im Produkt als im Wichtigtun. Solche Empfehlungen kann ich dann auch nicht ernstnehmen.

Dieselben oder ähnlich gepolte Leute nehmen auch weite Wege in Kauf, um irgendein Produkt bei einem bestimmten Lieferanten zu erwerben. Das wäre mir zu zeitaufwendig, zu anstrengend und am Ende einfach nicht wichtig genug. Einen bestimmten Käse kaufe ich auch nur dann, wenn ich zufällig an dem einzigen mir bekannten Laden in München vorbeikomme, der diesen im Sortiment hat. Im Heimatland dieses Käses kriegt man den übrigens in jedem Supermarkt zu kaufen. Hier muss ich zum Luxuskäsedealer. Dort: Massenware, hier: Snobprodukt. Komisch, was?

Ich kaufe Produkte, die mir qualitativ zusagen und wo das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Ob das nun beim Discounter ist oder im Bioladen oder beim Gemüsehändler um die Ecke. Einige Produkte finde ich besser als andere,  manche kommen mir gar nicht mehr ins Haus und Fertiggerichte kommen mir eher nicht auf den Tisch. Ich verwende Instant-Gemüsebrühe, weil ich einfach zu faul bin, mir die Brühe aus frischen Zuaten selbst zu kochen und Tiefkühlgemüse ist mir in 50% aller Anwendungsfälle sehr genehm. Nach einem langen Arbeitstag muss ich nicht noch eine meditative Putzorgie an Gartenprodukten vornehmen. Einkaufsempfehlungen gebe ich nur noch auf Nachfrage. (Im Dialog, wie die Cucina sagt...)

Mit Restaurants verhält es sich ähnlich. Vor einiger Zeit waren wir nach einer Tour mit einer größeren Gruppe Leute in einem etwas edleren Lokal eingekehrt. Die Speisekarte pries Häppchen an, das Bier gab es in Schnapsgläsern und man thronte ungemütlich auf Barhockern. Der Laden war schick und stylish, aber das ist eben nicht alles. Und noch ein Nerdkriterium: Der Handyempfang war dort lausig. ;-) Es wird sicher Leute geben, die dieses Etablissement genau aus den Gründen aufrichtig lieben, die es für mich indiskutabel machen.

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

kaltmamsell am :

Ist es für dich auch Einkaufssnobismus, wenn zu den Auswahlkriterien gehört, unter welchen Bedingungen das Nahrungsmittel entstanden ist?

dyfa am :

Nein, ich denke auch, daß vernünftig hergestellte Produkte (Tierschutz, Bioprodukte) eine sinnvolle Sache sind und das als Auswahlkriterium ist für mich auch nicht snobistisch. Allerdings würde ich eher konventionellen in Deutschland hergestellten Zuckerrübenzucker kaufen als Bio-Rohrohrzucker aus Lateinamerika für dessen Anbau wieder irgendwas abgeholzt wurde. Viele Foodsnobs denken ihre Religion etwa an der Stelle auch einfach nicht zu Ende. ;-) Genauso wie die Leute, die klischeegemäß mit dem dicken Geländewagen zum Biomarkt fahren... mein Lieblingsaufreger.
Oder kurz: Das Snobismus-Risiko steigt, sobald ich anfange bestimmt Dinge zu kaufen, weil ich potentiell andere damit beeindrucken kann oder auf die Ränge verweisen will. (Statussymbol).

bolliskitchen am :

ich muss ehrlich zugeben, dass ich happy bin, in Frankreich einzukaufen, diese Käsegeschichten kenne ich, obwohl ich selber, lieber die kleine Käserei unterstütze und im Laden kaufe, als bei carrefour und Co.
Ja, diese Einkaufsbanause kenne ich in D. auch, eine Freundin meiner Mutter, alles muss bio sein, aber sie fährt diesen Hummer....da bekomme ich Anfälle....

Bolliskitchen am :

Hammer meinte ich, die armen Tiere...

Zer0th am :

Ich find's lustig hierzulande Baguette zu kaufen.
Günstig habe ich es für 1,80 gesehen, 2,10 sind die Regel. In Frankreich für die gleiche Menge nicht mehr als 80 Cent. Okay, Franzosen würden einen Laden, in dem ein normales Baguette mehr als ein Euro kostet auch auseinandernehmen.

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.