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Gentrifizierung - ein Zukunftsszenario

München im Jahr 2030 - "Das Hasenbergl wird gerade saniert. Es ist der letzte alte Stadtteil, wo noch normale Wohnbevölkerung lebte, die aber ihrerseits schon die ursprünglich dort ansässigen Bewohner verdrängt hat. Seit der Luxussanierung von Neu-Perlach vor einige Jahren - als beim Geldadel plötzlich Plattenbauten und Hochhäuser in Mode kamen - leben die meisten ehemaligen Münchner in großen Slums weit vor der Stadt. Sie fahren täglich mit Bussen und Bahnen nach München hinein, um dort einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Eine erkleckliche Anzahl von Menschen lebt beispielsweise davon, den ganzen Tag in der Stadt umher zu laufen und den ehemals typischen Münchner Flair zu simulieren. Die Wohnviertel im Stadtgebiet wurden inzwischen von sehr reichen oder wohlhabenden Personen aus Deutschland und aller Herren Länder annektiert, die dort zum Teil mehrere Wohnungen haben, die sie aber meist nur zeitweilig bewohnen. Die amerikanische Millionärin Shirley P. sagt "Ich brauche immer zwei Wohnungen! In einer Wohnung lebe ich, wenn ich in München zu Besuch bin und die andere brauche ich, um meine ganzen Einkäufe zu lagern. Die Münchner Boutiquen sind so toll!" Ja, die Boutiquen. In der Fussgängerzone reiht sich inzwischen eine Geschäftsstelle eines Luxuslabels an die nächste. Und das altehrwürdige Rathaus wurde vor einiger Zeit von einem internationalen Immobilien-Konsortium erworben und in ein Luxushotel umgestaltet.

Wir fragen die Rentnerin Charlotte F nach ihrem Alltag. "In der Früh steige ich in den Zug, der mich aus der mich aus dem Slum in die Münchner Innenstadt bringt. Früher war ich IT Spezialistin und habe gut verdient, aber selbst ich konnte mir irgendwann die Miete in den günstigen Stadtteilen nicht mehr leisten. Nachdem ich dann in Rente war, hat mich eine Agentur angeworben. Meine Aufgabe besteht darin, in der Innenstadt herumzulaufen und so zu tun, als würde ich hier wohnen und täglichen Besorgungen nachgehen. Meine Cousine macht das auch. Sie spielt eine Marktfrau am Viktualienmarkt. Und mein Nachbar sitzt auf einer Parkbank im Englischen Garten und gibt den typischen Grantler." Ohne diesen Job käme Charlotte F auch finanziell kaum über die Runden."

Soll es soweit kommen? Kann man es verhindern?

Mehr zum Thema:

Gentrifizierung (Wikipedia)

Gentrification Blog (deutsch)

Rettet die Münchner Freiheit!

Thema: Gentrifizierung (Süddeutsche Zeitung)

Gärtnerplatz und Glockenbachviertel (Kulturkritik)

BR Quer zum Thema (Video)

Streit um die Schwabinger 7 (FTD)


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Kommentare

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schnief am :

...schreibt Frau B, ledig und gutverdienend, zugereist, aus ihrer Dachwohnung in Muenchen-Sendling.
Was soll ich dazu sagen? Geboren und aufgewachsen in Muenchen, wegen der nicht moeglichen Finanzierbarkeit eines Familienlebens dort jetzt wohnhaft im Exil...

Michael am :

Charlotte F. aka Nicole B., die ehemalige IT-Spzialistin? :)

Maex am :

Die Schilderung hat nur einen Fehler.
Der TUEV hat gravierende bauliche Mängel beim Viktualienmarkt festgestellt und sie werden ihn wohl abreissen müssen.
Stand heute in der Yellow Press.

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