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Durchsichtig!

Ich finde es immer wieder spannend, was Leute so fordern, wenn sie die Gelegenheit dazu haben. Vor einigen Tagen forderte nun FPD-Politiker Alvaro ein Ende der anonymen Plagiatsüberprüfung von Politikerdoktorarbeiten und des Internetprangers, nachdem es es gerade durch kritische Überprüfung einen Karrieredoktor nach dem anderen vom akademischen Sockel fegt.

Was müssem wir daraus lernen?

  • Journalisten haben nicht mehr das Monopol auf Recherche und Veröffentlichung von Informationen.
  • Diese Informationen können von jedem für jeden zugänglich gemacht werden.
  • Einzelne Journalisten kann man sicher auf die ein oder andere Weise dazu bringen, Informationen nicht zu veröffentlichen, wenn sie persönliche Nachteile befürchten müssen. Eine potentiell anonyme und vor allem große Masse von Plagiatsjägern im Netz aber nicht. Und diese Anoymität ist auch wichtig, damit nicht Interessensgruppen den Überprüfern mit eben diesen persönlichen Nachteilen drohen können. (Bestechlichkeiten lasse ich jetzt mal aussen vor.)
  • Wir müssen auch vermuten, daß viele Politiker an Aufklärung von Verfehlungen unter Politikern eher nur geringes Interesse haben, unabhängig davon was sie öffentlich zu diesem Problemkreis behaupten.
  • Wenn eine verdächtige Doktorarbeit einer Überprüfung standhält, wird das auch veröffentlicht. Schädlich sind die PlagWikis eigentlich nur für diejenigen, die ihren akademischen Titel mit unlauteren Mitteln erworben haben.

Und jetzt denken wir alle noch mal über den bei zahlreichen Gelegenheiten von Politikerseite laut werdenden Ruf nach Filterung von Internetinhalten nach und zuweilen auch der Realnamenspflicht nach.

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