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Neues aus der Badeanstalt

Ich habe kürzlich wieder mit dem Schwimmen begonnen und schon bald wurden alte Feindbilder wiederbelebt. Die von mir innig gehassten Aquajogger, mehrheitlich Damen fortgeschrittenen Alters, die sich schnell tratschend und langsam strampelnd durchs Wasser bewegten und dabei 1-2 Bahnbreiten in Anspruch nahmen sind scheinbar aus der Mode gekommen, dafür gibt es aber weitere Benutzer von Badeanstalten, die sich als nur begrenzt kompatibel erweisen.

Die kontinuierlichen Schnell- und Nichtsoschnellschwimmer vertragen sich nach meinem Empfinden ganz gut. Jeder möchte sein Pensum schaffen und so wird das Becken meist von selbst zwischen den beiden Gruppen aufgeteilt, so daß es eher wenig Kollisionen gibt. Hier funktioniert auch das Ausweichen meist problemlos.

Dann gibt es die Tratschtanten: Zwei oder mehr Personen, meist weiblich, die mit gemächlichem Tempo ihre Bahnen ziehen, nicht zwingend immer geradeaus schwimmen und immer noch genug Luft zum Gespräch brauchen und auch so in ihre Unterhaltung vertieft sind, daß sie entgegenkommende Schwimmer oder solche mit Überholabsichten meist zu spät bemerken und dann etwas erschrocken mit Zickzackzappelbewegungen reagieren, die dem anderen Schwimmer das Ausweichen nicht unbedingt erleichtern. Zur Verbesserung der Kommunikation schwimmt diese Gruppe am liebsten nebeneinander und braucht 1-2 Bahnbreiten.

Die Poser kommen mit schnittiger Schwimmkleidung und Schwimmbrille, lassen sich am Beckenrand ins Wasser gleiten und schwimmen dann einmal hin und zurück. Danach hängen sie wieder lässig am Beckenrand herum, so daß die kontinuierlichen Schnell- und Nichtsoschnellschwimmer Probleme beim Wenden haben. Die Poser bevorzugen spritzintensive Schwimmstile wie Kraulen oder Delphin (meist wenig kunstfertig ausgeführt) und wenn sie dann ab und zu mal eine schnelle Runde schwimmen und dabei eine ziemliche Welle machen, von der dann alle übrigen Schwimmer auch etwas haben. Insbesondere, weil die Wahrscheinlichkeit versehentlich Wasser einzuatmen dadurch beträchtlich erhöht wird.

Beim letzten Besuch gab's dann in einem abgetrennten Teil des Beckens noch ein Zeitschwimmen eines Schwimmkurses, welches dann ziemliche "Vibrations" im Wasser erzeugte, was dann in Kombination mit Posern und Tratschtanten und dem Dauerslalom und Stop-and-Go-Schwimmen und "Finde eine Stelle zum Wenden am Beckenrand" meine Laune und Motivation dann endgültig in den Negativbereich beförderte. Game over!


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Kommentare

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Ishtar am :

Ich habe das Schwimmen in Badeanstalten vor Jahren wegen dieser Gruppen (und der Problematik dass das Chlor mein Asthma triggert) aufgegeben. Im Freibad kommen dann noch tobende rumlungernde Jugendliche in rauen Mengen dazu... führt dazu dass ich ausser im Meer eigentlich nirgends mehr schwimmen mag

dyfa am :

Freibäder meide ich wegen der herumlungernden Jugend auch, insbesondere weil Freibadbesuche für figürlich benachteiligte Personen oft zum Spießrutenlauf geraten dank der pubertären Pöbelbrut.

kaltmamsell am :

Mein Mitgefühl. (Ich denke bei Wogen aufwühlenden Horden immer an Wildschweinrotten. Schwimmen inspiriert.)

Nathalie am :

Habe das Glück, im Schwimmbad meines ehemaligen Arbeitgebers fast ungestört meine Runden schwimmen zu können. Max. drei Personen anwesend. Seitdem genieße ich das Schwimmen wieder.

olli42 am :

Dieses Leid ist mir wohl bekannt. Wenn möglich versuche ich daher zu einer wenig frequentierten Zeit das Bad aufzusuchen, z.B. Freitag Vormittags von 10.30 bis 13.30. Dann ist die Rentner-Gang fertig mit ihrer morgendlichen Ernüchterung und beim Mittagessen, wie auch die meisten anderen. Schüler trifft man zu diesen Zeiten auch nur während der Ferien, was die Klientel doch stark begrenzt und es sich einigermaßen schwimmen lässt.
Da sich Brustschwimmen negativ auf meine Genick- und Schultermuskulatur auswirkt, schwimme ich idR Kraul. Durch meine nicht proltaugliche Figur, kommt es vermutlich zu Hochseewellen, daher entschuldige ich mich hier öffentlich in aller Form für etwaige Beeinträchtigungen Anderer.

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