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Erstklässler!

Mehr oder weniger pünktlich zum Schulbeginn habe ich eine Wochenendreise nach Österreich unternommen, um meinen Blogtitelkater und dessen Besitzerin mal wieder zu besuchen. Die beiden residieren mit weiteren Katzen und diversem Federvieh am Fusse eines beachtlichen Steinhaufens (Schneeberg) in Niederösterreich. Und da ich keinen Bedarf hatte, die doch recht weite Strecke mit dem Auto zu fahren, habe den Zug genommen. Für den Rückweg gab es dann ein stark rabattiertes Ticket für die erste Klasse im Angebot und weil das von den Fahrzeiten und Umstiegshäufigkeiten her am besten passte, habe ich die Luxusvariante für meine Reise gewählt. Die zweite Klasse wäre tatsächlich nur 10 EUR billiger gewesen.


Auf dem Weg hin ins Nachbarland habe ich zunächst Bekanntschaft mit dem RailJet gemacht, dem Hochgeschwindigkeitszug der ÖBB. Kaum eingestiegen, informierte eine Frauenstimme, der Upload der Reservierungsdatenbank sei nun abgeschlossen. Ein Nerdzug? Tatsächlich gab es an fast jedem Platz auch mindestens eine Steckdose. Auch in der Regionalbahn. Insgesamt wirken die Züge moderner und gepflegter als die Züge der DB.

Die nächste Freude kam dann in Form des Kaffeetrolleys angerollt. Während man in Deutschlands Zügen wahlweise dünnen Filter- oder Instantkaffee gereicht bekommt, hatte die Dame vom Service eine Nespressomaschine auf dem Trolley und dazu noch mehrere Kaffeevarianten in der Auswahl. Auch wenn ich diese Geräte wegen des Müllaufkommens eigentlich nicht so toll finde - das ist endlich mal ein sinnvoller Anwendungsfall. Leider war gerade das Wasser im Gerät ausgegangen. Kein Problem, zwei Minuten später wurde mir meine Bestellung an den Platz gebracht.

Zurück zur Technik. Tatsächlich gibt es in einem Railjet 80 Monitore, die einem nicht nur die aktuelle Geschwindigkeit anzeigen, sondern auch die nächsten Haltestellen plus der Information, wann die fahrplangemäße und wann die tatsächliche Ankunft erfolgen wird. Zudem gibt es regelmäßig Einblendungen, wo auf der Strecke sich der Zug gerade befindet. Vergleichbar zu den Darstellungen die man auch aus dem Navigationssystem im Auto kennt.

Auf dem Rückweg habe ich dann die First Class kennengelernt. Ledersitze, Beinfreiheit, Steckdosen und alle drei Minuten kommt jemand angerannt, der Service an einem verüben möchte. "Noch ein Getränk? Eine Zeitung? Möchten Sie etwas aus dem Bordrestaurant?" Irgendwie auch anstrengend sich bei soviel Service zu entspannen. Als Willkommensgeschenk gab es ähnlich wie im Flugzeug einen Fruchtsaft im Mini-Tetrapack (hab ich schon als Schulkind gehasst) und einen Schokoriegel im Kleinformat.

Der Anteil an nervigen Mitreisenden scheint in der Ersten auch geringer zu sein.  Allerdings ist mir das ganze Paket in den allermeisten Fällen den Aufpreis nicht wert. Was mir jedoch auffiel, war der doch recht hohe Anteil an asiatischen Touristen, die sich ihren Europatrip scheinbar gern luxuriös gestalten.

 Ach ja, die ÖBB-Mitarbeiter machen Ansagen in genauso schlechtem Englisch wie die Kollegen von der DB, aber der Akzent ist charmanter. ;-)

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Kommentare

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kaltmamsell am :

Ah, der ÖBB Railjet. Mit dem hatte ich dieses Jahr bereits drei Mal das Vergnügen, jeweils zum angemessen vorher gebuchten Schnäppchenpreis.
Und nun würde ich gerne mal den Jet-Antrieb des Zugs sehen. Soll ich für uns beide bei der ÖBB anfragen?

dyfa am :

Och, warum nicht. Wir beiden Hübschen könnten das ja eventuell mit einem Ausflug nach Salzburg verbinden, aber nur wenn ich keine Salzburger Nockerln essen muss. ;-)

XlF am :

Asiaten sind aus ihrer Heimat einen Service gewohnt, der in Deutschland einfach unbekannt ist.

Um nicht den kompletten Kulturschock zu bekommen, koennen sie einfach nur Erste Klasse fahren und 5-Sterne-Hotels bewohnen :) .

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