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Einundzwanziguhr

Ab 21 Uhr möchten die Verkehrsbetriebe in vielen Städten - so auch in München, daß man im Bus vorne einsteigt und bei der Gelegenheit auch seine Fahrkarte vorzeigt. Für Zeitkarteninhaber bedeutet diese Regelung meist ein mehr oder weniger umständliches Herauskramen der Fahrkarte, die nach eigener Erfahrung die meisten Busfahrer so richtig gar nicht interessiert. Niemand kontrolliert, ob das meine Zeitkarte ist oder ob sie überhaupt gültig ist. Es ist im Grunde völlig ausreichend, einen näherungsweise fahrkartenfömigen Zettel in Richtung des Fahrers zu halten, sofern er der dem Dokument überhaupt irgendeine Beachtung schenkt und nicht den Fahrgast vollendet ignoriert.

Wozu also das Ganze? Eigentlich kann man's diese Pseudokontrollen doch auch einfach sein lassen. Fahrer und Fahrgäste werden nicht mehr belästigt. Gegenrede? Formal oder begründet?

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Kommentare

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Maex am :

Es dient dem gleichen Zweck wie die bewaffneten Polizisten vor Staatsgebäuden:
Im Ernstfall hilft es überhaupt nichts, aber es hält die ganzen Volldeppen davon ab Scheisse zu bauen oder auch nur daran zu denken.

Jens Link am :

Aus Berlin und Nürnberg muss man den ganzen Tag vorne einsteigen und die Karte vorzeigen. Angeblich sei dadurch die Anzahl der Schwarzfahrer in Berlin zurück gegangen.

KrUeMeL am :

Also, bei der Buslinie 53 sind schon mehrere gewissenhafte Busfahrer, die sich die Fahrkarten ganz genau anschauen.

Schlepp halt nicht immer so unübersichtliche Beutel mit, dann findest Du Deine Fahrkarte auch schneller :-P.

dyfa am :

Gerade bei der 53 habe ich die Durchwinkerfahrer, also nix mit gewissenhaft und sorgfältig. ;-)
Und meine Müllbeutel sind nicht unübersichtlich!!!!11111elf

Sabine Engelhardt am :

Ich kenne aus Düsseldorf und aus Mannheim beides: Durchwinker und Extrem-Kontrolleure. Bei letzteren kann es mal vorkommen, daß sie nicht von der Haltestelle losfahren, bis sie auch den Fahrschein der hinten eingestiegenen Mutter mit Kinderwagen oder des Reisenden mit größerem Gepäck gesehen haben, die vorne gar nicht einsteigen könnten.

In beiden Städten gilt das Einsteigen vorne übrigens schon ab 20 Uhr; ganztägig hab ich auch schon irgendwo gesehen.

Die Rechnung dürfte so aussehen: Schwarzfahrer gehen dadurch zurück, obwohl weniger Kontrolleure losgeschickt werden. Außerdem können gerade Busse abends oft "durchrauschen", müssen an einigen Haltestellen also gar nicht stehenbleiben, weil keiner rauswill und niemand an der Haltestelle steht. Damit fahren sie Plus ein und kommen zumindest auf dem späteren Teil der Strecke zu früh, was für Fahrgäste ärgerlich sein kann, die da einsteigen wollen. Durch die Kontrollen wird das theoretisch wieder ausgeglichen.

Ob die Rechnung aufgeht, ist 'ne andere Frage. ;-)

Gruß, Frosch

daFux am :

Reine Psychologie. Die Fahrer wollen das Gefühl, daß sie den Bus unter Kontrolle haben - ein Stück weit richtig, weil man sich schon darauf einstellen kann, daß es mal wieder etwas streßiger wird.

Und bei denjenigen der (laut Klischee) alkoholisierten und testosterongeschwängerten Knaben, bei denen noch ein Rest Hirnfunktion vorhanden ist, glaube ich an einen Effekt, daß sie sich etwas mehr zusammenreißen, wenn sie dem Lenker vorne von Angesicht zu Angesicht gesehen haben. Natürlich wirkt das nicht 100%ig, aber das auch nur ein bißchen was bringt, dann bringt es mehr als der übliche und teure Sicherheitstheater-Unfug, der sonst so in den Öffis und anderswo getrieben wird.

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