Ich habe mich in der vergangenen Nacht wieder mal in die Tiefen des Münchner Nachtlebens gewagt. Neben dem Umstand, daß mein "zweites Wohnzimmer" seit dieser Woche über eine feine neue Beschallungsausrüstung verfügt, gab es auch wieder diverse Beobachtungen zu machen.
Es begann damit, daß ich aufgrund eines technischen Problems an einer ganz anderen Stelle mit dem Aufbrezeln erst später als geplant beginnen konnte und dann feststellen musste, daß die S-Bahn geschlagene 30 Minuten Verspätung für sich beanspruchte. Ich bereute es recht schnell, nicht wärmere Socken gewählt zu haben, aber wer rechnet schon mit derartig voluminösen Verspätungen. Während ich also mit kalten Füßen auf dem Bahnsteig rumlungerte, wurde ich zwangsläufig Zeuge einer Unterhaltung einiger Mitmenschen, von denen mindestens die Hälfte ihr Dasein als Studenten fristen dürften. Sie diskutierten mit der anderen Hälfte über Frauen, Frauen aufreissen und eine zu finden, die aufgerissen werden will. Später ging man der Frage nach, ob Amsterdam quasi eine Nachbarstadt von Köln sei und entschied sich schließlich doch dagegen. Ich denke, Bildungseinrichtungen mehr Geld zur Verfügung zu stellen, kann wirklich kein Fehler sein.
Wunderbar auch der Mensch, der mir am Ostbahnhof im Tunnel Richtung Kultfabrik entgegenkam und dabei einen Burger aß. Sein Gesicht war ziemlich großflächig mit Mayonnaise verkleistert und ganz nüchtern schien der gute Mann auch nicht mehr zu sein. Aber hungrig. Leider hat man in solchen Momenten nie eine Kamera zur Hand.
Indiskutabel fand ich hingegen die Herrschaften, die es zum Pieseln noch nicht mal ins nächste Gebüsch schafften, sondern einfach gegen die auf dem Gelände parkenden Autos pinkelten. Ich vermute mal, dass das bei einigen Leuten wirklich Usus ist. Deswegen fahr ich lieber mit der S-Bahn und lasse das Auto in der Garage stehen.