Gestern habe ich für die Kollegen einen Vortrag über den Gimp gehalten, obwohl es eigentlich mehr eine Vorführung war, was man mit dem Tool alles anstellen kann und wie man es benutzt und wo welche Funktionen ungefähr zu finden sind. Bei der Vorbereitung habe ich nämlich feststellen müssen, daß ich zwar weiss, wo ich anfangen muss, aber alles weitere theoretisch in einem Buch enden müsste. Nun finde ich Bücher über Grafiksoftware, gedruckt auf totem Baum, immer relativ merkwürdig, zumindest nach meinem subjektiven Empfinden. Erstens brauchst du 100.000 Screenshots und die stören mich beim Lesen und zweitens veralten diese Informationen relativ schnell, weil du nach einem Versionswechsel womöglich 50.000 neue Screenshots brauchen würdest, weil irgendwer die Menüs mal aufgeräumt hat. Ausserdem habe ich gar keine Zeit, ein Buch zu schreiben. Ich habe den Vortrag dann mehr als Vorführung gestaltet und an Beispielfotos gezeigt, was man mit welchem Tool machen kann. Zum Beispiel: Zurechtschneiden, Pickel von Portraits retuschieren, Augenringe entfernen, Einzelteile bearbeiten, Schriften einfügen, Farben und Kontraste manipulieren und Bilder verbessern oder gar zu retten.
Der Punkt: Was für die meisten Schulungen oder Vorführungen gilt, gilt es für eine Grafiksoftware noch viel mehr - Übung macht den Meister. Einmal braucht mal die Routine in der Handhabung (Welches Werkzeug tut was und wie aktiviere ich Zusatzfunktionen?) und es braucht auch Routine in der Ausführung, den Blick für Details und welcher Hautton jetzt der richtige ist, um mit diesem den erwähnten Pickel verschwinden zu lassen. Und aus eigener Erfahrung weiss ich: Wenn man erstmal angefangen hat, sich mit Bildbearbeitung zu befassen, ist es plötzlich viele Stunden später und draussen schon dunkel. Fatalerweise macht das Ganze nämlich auch noch Spaß, besonders dann, wenn die Ergebnisse immer besser werden.
Ich fürchte, einige Kollegen haben jetzt möglicherweise ein neues zeitraubendes Hobby. ;-)