Gestern schrieb die geschätzte Mela ziemlich wütende und richtige Dinge über das Bild der Piratenpartei, welches die Zeitschrift Emma verbreitet. Später las ich dann noch die Kommentare in einem feministischen Blog zum Thema "die Piraten sind ein schlimmer Männerhaufen". Wo die weiblichen Piraten milde zusammengefasst mit "unterdrückt", "männerfixiert", "Dekoration", "Alibifrauen", "unweiblich", "verleugnen ihre Weiblichkeit" und "haben nichts zu sagen" bezeichnet wurden. Tut mir leid, liebe nicht-piratige Feministinnen, aber mit solchen Aussagen beleidigt ihr in sexistischer Weise andere Frauen. Ihr suggeriert das Vorhandensein von Problemen an Stellen, wo es zur Abwechslung keine gibt und verkleistert damit den Blick auf die Stellen, wo es tatsächlich noch feministische Arbeit zu leisten gibt. Den weiblichen Piraten wird von feministischer Seite gerne vorgeworfen, daß sie nicht bei jedem Schritt und Atemzug Frauenthemen thematisieren und Frauenrechte einfordern. Ich kann Frauenrechte einfordern, ohne pausenlos drüber nachzudenken und zu reden. Ich lebe danach, in dem ich nach meinen persönlichen (feministischen) Grundsätzen handle und mir von nichts und niemandem die Butter vom Brot nehmen lasse, weil irgendjemand findet Frauen sollten dies oder jenes tun oder lassen. Und ich denke nicht, daß ich da bei den Piraten eine Ausnahme bin.
Ja, die Piraten sind ein Männerhaufen. Auch wenn der Frauenhaufen im Moment noch kleiner ist, der Haufen ist da und der Haufen wächst. Die weiblichen Piraten sind laut und sie sind böse und sie sind aktiv und sie beschränken sich nicht damit Steigbügelhalterinnen für männliche Piraten zu sein, auch wenn das einigen Feministinnen leider gut gefallen würde. Die weiblichen Piraten sind weder Staffage noch Dekoration, sondern genauso essentieller Teil der Partei wie die männlichen Piraten. Und nein, das bilde ich mir nicht bloss ein. Es wird nach meiner Erfahrung niemand aufgrund seines Geschlechts oder seiner Herkunft oder seine Wasauchimmer diskriminiert. Falls doch, möchte ich konkrete Beispiele haben und nicht bloss Theorien und Vermutungen.
Mir persönlich ist es vollkommen wurscht, welches Geschlecht jemand hat oder haben möchte, solang er oder sie oder es sich nicht aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit oder Nicht-Zugehörigkeit für etwas Besseres hält. Oder erwartet, aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit rote Teppiche ausgerollt oder wahlweise den Arsch hinterhergetragen zu bekommen. Und bornierte Schwachköpfe gibt es überall, auch bei den Piraten. Aber es sind nach meiner Erfahrung deutlich weniger. Und wir gehen bloss anders mit ihnen um. Ein bornierter Schwachkopf muss es sich bei den Piraten gefallen lassen, dass man ihm dies in aller Deutlichkeit mitteilt und Konsequenzen daraus zieht.
Ach ja, die Frauenthemen die es noch zu beackern gilt sind beispielsweise "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" und "Chancen im Beruf". Ich denke, meine Damen, darauf sollten wir uns konzentrieren und nicht darauf, krampfhaft chauvistische Verhaltensweisen an Stellen zu suchen, wo keine sind.
Wenn du willst, dass sich etwas ändert, ändere dein eigenes Verhalten. Sei konsequent. Sei unabhängig. Fordere nicht ausschließlich, daß andere Dinge ändern oder tun, ändere die Dinge selbst. Ist zwar anstrengender, aber irgendjemand muss es ja machen. Wenn du Hunger hast, kaufst du dir ja auch was zu essen, statt zu jammern, daß dir niemand etwas zum Essen bringt.