Die Zubereitung von Mahlzeiten in Speisegaststätten direkt vor den Augen des Gastes vorzunehmen, nennt sich neudeutsch "Live Cooking" und ist allerorten anzutreffen. Natürlich macht die Bundeshauptstadt hier keine Ausnahme und das aufgesuchte Lokal hatte sich auf die Darreichung von Nudelspezialitäten eingeschworen. Um auch dem Gast im hinteren Teil des Restaurants in den Genuss der Kochaktionen zu bringen, hatte man dort einen Flachbildfernseher montiert und auf die Kochstelle eine Kamera gerichtet. So weit, so gut.
Allerdings hat das Szenario zwei Schwächen. Erstens starrt man unwillkürlich dauernd auf den Bildschirm, was den Tischgesprächen mitunter abträglich sein kann. Zweitens stellt man fest, nachdem man die Zubereitung etlicher Portionen gesehen hat, daß entweder die Leute alle das Gleiche bestellen oder die Küche doch weniger einfallsreich ist, als es zunächst den Anschein hatte. Ausserdem kann man beobachten, welche Unmengen an Öl und Sahne ins Essen gelangen. Sicherlich ist Fett ein Geschmacksträger (obwohl ich dieses unsägliche Argument inzwischen nicht mehr hören kann), aber weniger als die Hälfte der verwendeten Menge hätte ohne geschmackliche Verluste auch ausgereicht. Ausserdem finde ich Sahne an asiatisch inspirierten Gerichten immer etwas unpassend.